Bildrechte: Hanna Rühaak

Freunde der härteren Musik sollten mit Bands wie Melody Of My Heartbeat auf dem Break Your Face XXL auf ihre Kosten gekommen sein.

Sie sind blöd, weil sie das hier heute verpassen!

Der zweite Tag auf dem Break Your Face XXL

31. August 2015, Von: Hanna Rühaak, Foto(s): Hanna Rühaak

Start des zweiten und gleichzeitig letzten Tag des Break Your Face XXL im MusikZentrum in Hannover: Nachdem das Festival am Freitag recht Publikumsarm gestartet ist, soll der Haupttag des Festivals mit Bands wie Grailknights, Vitja, Melody Of My Heartbeat und Stoneage Is Over mehr Besucher anlocken. Das gelang zwar nicht ganz im erhofften Umfang, doch trotzdem lieferten die Bands gute Shows und konnten das Publikum zum Feiern animieren.

Sowohl draußen als auch vor der Bühne ist es deutlich voller als am Abend zuvor, als HIRYM und Incensus den Samstag eröffnen. Incensus ist noch eine – zumindest hinsichtlich Durchschnittsalter - sehr junge Band, die heute ihre neue EP „Epsilon“ veröffentlicht. Und gerade diesen kleineren Bands soll ein solches Festival wie das Break Your Face XXL eine Plattform bieten, um sich zu präsentieren und vor allem auch nötige Bühnenerfahrung zu sammeln. Da macht es auch nicht, wenn mal ein Ton nicht ganz auf der Spur liegt, denn das Quintett freut sich sichtlich, heute Abend hier zu sein.

"Spielt den selben Song nochmal!"

Auch die hannoversche Band Stone Age Is Over hat sich erst im vergangenen Jahr gegründet. Die Metal-/Electrocoreband scheint sich an Vorbildern wie beispielsweise Eskimo Callboy zu orientieren und setzen auf Spaß und Kultfaktoren: Zu Beginn wird die Cantina Band aus der Serie Family Guy abgespielt - „Spielt den selben Song nochmal!“, tönt es aus den Boxen. „Alles klar, den selben Song und los!“ und gibt gleichzeitig den Startschuss für Stone Age Is Over und eine energievolle Show, die sich auch im Publikum widerspiegelt.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Hanna Rühaak
Alle Bands machen das Beste aus dem Abend, sowohl der nächste Act The Joke Hughjean als auch die ebenfalls aus Hannover stammenden Melody Of My Heartbeat: „Es ist nicht viel los, aber lasst uns trotzdem Spaß haben!“, fordert Sänger Jens das Publikum auf. Die Bands haben eine gute Zeit, ebenso wie die Besucher davor. Erfrischend: Am Bass steht eine junge Dame namens Franzi, was eher ungewöhnlich in der Szene ist – was aber auf keinen Fall heißen soll, dass dies nicht gerne gesehen ist.

Mit Vitja steht sowohl eine überregional bekannte Band als auch der Co-Headliner des Abends auf der Bühne. „Ich weiß, das sagen alle Bands, aber wir meinen das wirklich ernst: Danke, dass ihr da seid!“, lässt Frontmann David Beule gleich zu Beginn verkünden und ergänzt wenig später: „Und erzählt euren Freunden und Bekannten, dass sie blöd sind, weil sie das hier heute Abend verpassen!“. Mittlerweile hat sich das MusikZentrum weiter gefüllt, viele Besucher haben sich auch wegen der Show der Grailknights in die Nordstadt begeben. Vitja präsentieren eine starke Show, die sich dank ihrer Bühnenerfahrung als Co-Headlinerslot ein Stück abhebt. Weiter präsentieren sie einige neue Songs, die Anwärter auf ihr kommendes Album "Helleaven" sind.

Mit Bier und Aerobic gegen das Böse

Auch bei den Grailknights geht es traditionell wild, Bierreich, bunt und mit einer ordentlichen Portion Humor zu. Schon seit Jahren erfreut sich die Band mit ihrem Superherometal einer festen Stammfanschar, die ihre Helden mutig den Rücken stärkt im Kampf gegen den bösen Dr. Skull um den heiligen Gral. Natürlich wird auch lautstark nach der Bierstute Zapfi verlangt, die den tapferen Battlechoir mit Bier versorgt. Dieser muss sich aber bis zum Ende des Sets gedulden: „Wir vermissen Zapfi auch sehr und wünschen uns nichts sehnlicher, als sie jetzt bei uns zu haben“, hält Frontmann Sir Optimus Prime sein treues Gefolge noch etwas hin. Damit auch alle gestärkt in den finalen Kampf gegen Bösewicht Dr. Skull ziehen können, animieren die fünf Helden den Battlechoir außerdem zu etwas Superhelden-Aerobic. Optimal vorbereitet kann so der Kampf abermals gewonnen werden und natürlich kommt auch Zapfi vorbei, damit der Sieg gebührend gefeiert werden kann.

Der Dank aller Bands gilt vor allem auch dem Veranstalter Timur Saitbekov, wie mehrfach am Abend betont wird. Denn eigentlich stimmt alles an diesem Festival: Es wird eine gute Mischung aus Newcomerbands und überregional bekannten Bands geboten, die sonst auf großen Festivals wie das Wacken, Vainstream, Summerbreeze oder Elbriot zu finden sind. Die Technik macht einen tollen Job, das Wetter passt und sowohl Essens- als auch Getränkepreise sind mehr als fair, was für ein Festival nicht selbstverständlich ist. Dass der große Besucheransturm ausblieb, ist sehr schade für das Festival und mit Blick auf die Zukunft wohl auch eine bedenkliche Entwicklung in der hannoverschen Musikszene.

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