| CD-Kritik-Detail |
Primate Pookie Eudamonia (Eigenproduktion) „Eudamonia“ heißt das jüngst fertiggestellte Werk von Primate Pookie und offenbart, dass die Band sich seit der ersten CD weiterentwickelt hat. Mögen die gesanglichen Schwächen der ersten Scheibe damit zusammenhängen, dass sehr viele Live-Mitschnitte dabei sind und es Primate Pookie zu dieser frühen Phase der Bandentwicklung noch an einen gewissen Routine auf der Bühne fehlte, offenbaren sie auf der aktuellen Studio-CD keine Schwächen im Gegenteil. Gerade die Stimme von Sängerin Anna (kommt viel zu selten zum Zuge) auf „Eudamonia“ vermag zu überzeugen und erinnert in manchen Passagen an die Carla Torgerson´s von den Walkabouts. Insgesamt zeigen sich Primate Pookie auch dieses Mal sehr vielseitig und progressiv. Basis der Musik sind häufig folkloristische Klänge, wahlweise südamerikanisch oder russisch angehaucht. Es kommen Flöte, Klarinette und Percussions genauso zum Einsatz wie Instrumente aus dem traditionellen Rock-Line-up. Primate Pookie lassen ihren Inspirationen freien Lauf und gehen in punkto Arrangement und Songstrukturen keine Kompromisse ein. Hier versucht eine Band konsequent, ausgetretene Pfade der Folk/Rock/Pop zu verlassen und einen wirklich eigenen Stil zu definieren und dafür ist sie zu beglückwünschen. Das Hörerlebnis dieser Primate Pookie-CD ist genauso schräg, wie die erste Auseinandersetzung mit einer frühen Genesis-Scheibe in den 70er-Jahren nachdem man es gewohnt war, Abba, Status Quo oder Smokie zu hören. Progressiv ist eigentlich immer gut, wenn man es nicht übertreibt. Wie auch bei der ersten CD, hat die Band noch Schwierigkeiten, die Fülle ihrer Ideen zu kanalisieren, von Homogenität kann man auch auf „Eudamonia“ noch nicht sprechen. Viele Songs klingen leider wie eine einzige Aneinanderreihung verschiedener Teile, die häufig nicht zusammen passen. Hier verzettelt sich die Band mit ihrer Kreativität ein ums andere Mal. Kaum hat man sich 20, 30 Sekunden an einen Song, an die Stimmung gewöhnt, wird man mit ziemlichen brachialen Breaks wachgerüttelt, am Ende eines Tracks steht selbst dem an so genannte Frickelmusik gewöhnten Hörer die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Vielleicht sollten sich Primate Pookie mal mit einem Producer oder einer neutral hörenden Person zusammensetzen um hie und da ein wenig zu glätten und die Fülle der Ideen der einzelnen Musiker zum einem spannenden aber nachvollziebaren Gesamtwerk zusammenzustellen. Fazit: Primate Pookie liegt ein künstlerisch anspruchsvolles und interessantes Konzept zu Grunde, das es gilt zu entwickeln. Hier wartet eine Menge Arbeit auf die Band, sie braucht noch viel Zeit zu reifen. So bleiben bei „Eudaimonia“ letztlich nur zwei Songs hängen, die durch eine gewisse Homogenität und Kompaktheit voll überzeugen können, „A Bailar“ und „Experiences in b-major“, die beiden letzten Songs des Albums. Ein gutes Zeichen ? Andreas Haug Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum |
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