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CD-Kritik-Detail
Noetics-Cohearence

Noetics

Cohearence

(-, 2001)


Mit ihrem Nachfolge-Album "Cohearence" setzen die Noetics ihrem vielbeachteten und -gelobten Debütalbum noch einen drauf. War die erste Scheibe z.B. soundmäßig schon mehr als ansprechend, besticht die neue CD durch überdurchschnittlich hohe Klangqualität. "All tracks recorded in Dolby Surround" steht auf dem Booklet. Wer über eine entsprechend ausgestattete Hifi-Anlage verfügt, für den wird einfaches Musikhören zu einem opulenten Klangerlebnis.

Dieses Erlebnis dem Zuhörer zu bereiten, scheint den Noetics auch besonders wichtig, setzen sie diesmal mehr denn je auf Soundeffekte. Die Keyboards sind sehr dominant, allerlei Sound-und Effektspielereien schwirren einem um die Ohren, die Pattern und Licks der stets mit spacig-cleanem Delay und Echo verfremdeten Gitarre sind allgegenwärtig, während Bass und Schlagzeug traditionell akustisch erklingen und ein fettes, sehr grooviges Fundament bauen.

Lässt man die Musik und Sounds auf sich wirken, hat man unweigerlich den Eindruck, man würde sich auf einer Reise mit unbekanntem Ziel durch das weite und dunkle Universum befinden.

Es sind nicht so sehr die Kompositionen, die auf "Cohearence" überzeugen, sondern vielmehr die Atmosphäre, die die Noetics in der Lage sind mit ihrer Musik zu schaffen. Fallen lassen und eintauchen in eine Welt, in der es keinen grauen Alltag, keinen Montagmorgen, keine Sorgen, keine Nöte und vielleicht noch nicht einmal menschliche Wesen gibt. Vor 30 Jahren hätten man die Musik der Noetics am ehesten der Hippi-Szene zugeordnet - "Cohearence" wahlweise als Ticket für eine meditative Reise zur Selbstfindung oder als Soundtrack zum ganz persönlichen Film, den Menschen im dezenten Drogenrausch zuweilen genießen oder ertragen müssen - je nach Sichtweise und Wirkung. Fremde Figuren wie "der schleicher", "miraculix" oder "the dude" werden zu guten Bekannten und Wegbegleitern im überwiegend einsamen Flug durch die "Raumnacht", die "bothfeld skyline" am Horizont langsam in der Dämmerung verschwindend.

Die CD kann aber auch ganz unspektakulär bei der Arbeit bei Tageslicht zu einem angenehmen Begleiter werden, sie ist also keinesfalls anstrengend, sondern-salopp ausgedrückt-gut zu hören. Auch für Nichtmusiker empfehlenswert und unterhaltsam.

Beim ein oder anderen Stück mal über Gesang nachzudenken sei den Noetics für die Zukunft ans Herz zu legen um etwas mehr Spannung zu erzeugen und für Abwechslung zu sorgen.

Eine interessante und gewissermaßen geheimnisvolle Frauenstimme wie sie eine Heather Nova oder Suzanne Vega hat, ja, dann blieben wohl kaum noch Wünsche offen.

Andreas Haug
(08.12.2006)

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