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CD-Kritik-Detail
Bruce Springsteen-Devils & Dust

Bruce Springsteen

Devils & Dust

(Sony Music, 2005)


Sein bis dato letztes Studioalbum “The Rising” markierte gleichzeitig das viel umjubelte Comeback der legendären E-Street-Band, mit der Bruce Springsteen im Anschluss auf große Stadion-und Arenen-Tour ging und eine üppige Rock´n Roll Live-Show zelebrierte. Mit seinem neuesten Album „Devils & Dust“ schaltet der Sänger, Songschreiber und Gitarrist einen Gang zurück. Bruce Springsteen nicht als strahlender, muskelbepackter, Telecaster schwingender Frontmann einer der wohl besten, wenn nicht DER besten Rock´n Roll- Live-Band(s) des Planeten, sondern als eine Spur ruhiger agierender Singer/Songwriter, der die Akustikgitarre und seine Stimme in den Vordergrund stellt.

Die zwölf neuen Titel auf „Devils & Dust“ haben dennoch die vertrauten Akkordfolgen und Melodieführungen eines typischen Springsteen-Songs. Im Gegensatz zum legendären 1982er Album „Nebraska“, das Bruce Springsteen seinerzeit solo unter Zuhilfenahme eines Tascam-4-Spur-Cassettenrecorders einspielte, ist „Devils & Dust“ eine wohlig-warme, sehr feinsinnig akustisch ausgearbeitete (Klein-)Band- Produktion geworden, für die in erster Linie Brendan O´Brian verantwortlich zeichnet.

O´Brian, der zudem den Bass spielt, teilt sich die Rhythmusarbeit mit Drummer Steve Jordan. Von der E-Street-Band ist Keyboarder Dan Frederici auf einem Song vertreten und dort wo Backing-Vocals gebraucht werden, ist unter anderem auch Patti Scialfa mit von der Partie. Weitere Session-Musiker und Ensembles steuern bei einigen Songs Streich-und Blasinstrumente bei.

Wer nun doch üppige und voluminöse Arrangements erwartet respektive befürchtet, liegt falsch. Das alles klingt in Wirklichkeit sehr unaufdringlich und gut abgestimmt. Das Album überzeugt durch Tiefe und Intensität, hier und da weht auch ein Hauch von Melancholie durch die Songs, ohne dass man beim Hören der Platte gleich Gefahr läuft, in eine depressive Verstimmung zu verfallen. Dafür ist „Devils & Dust“ über weite Strecken immer auch von einer gewissen Leichtigkeit geprägt.

Eine schöne Sache sowohl für eingeschworene Springsteen-Fans als auch für die, die die Stimmung der Songs noch intensiver erleben wollen, ist die Bonus-DVD. Da sitzt ein entspannt wirkender Bruce Springsteen allein mit seiner Akustikgitarre in einem karg ausgestatteten Raum, macht bei fahlem Licht persönliche Anmerkungen zum Album und präsentiert fünf Songs daraus solo. Eine Atmosphäre, in der ein rauchig mundender Spanischer Rotwein vor einem knisternden Kaminfeuer genossen wohl noch das Tüppfelchen auf dem i bedeuten würde. „I love my records and this one particularly”, sind die letzten Worte von Springsteen in dem Kurzfilm. Das werden ihm die meisten seiner Fans sicher nachempfinden.

www.sonymusic.de/brucespringsteen.de
www.brucespringsteen.net

Andreas Haug
(08.12.2006)

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