| CD-Kritik-Detail |
Knorkator Es werde Nicht (Tubareckorz, 2011, CD) Rockszene-Bewertung: 6 / 10 Pkt. Ein Witz ist schnell erzählt – und meist noch schneller vergessen: Er wird vorgetragen, es wird – sofern ein wenig humoristische Substanz vorhanden ist – gelacht. Und dann ist er Geschichte: Der Rezipient möchte ihn nicht unbedingt nochmal hören - nichts ist langweiliger als eine bereits bekannte Pointe. Und damit sind wir schon beim Kardinalproblem von ‚der meisten Band der Welt‘, Korkator. Seit nunmehr gut eineinhalb Jahrzehnten ‚verwöhnen‘ die drei schrägen Berliner ihr geneigtes Publikum mit textlichen Ergüssen wie dem folgenden: „Ich bin der viertbeste Kirschkernweitspucker von Köpenick – Du nicht! / Ich habe ein Video von Star Trek 7 mit Regiekommentaren – Du nicht!/ Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der Napoleon kannte - Du nicht! / Ich bestimme den Todeszeitpunkt einer Wasserleiche am Geschmack – Du nicht!“ Beim ersten Hören mag zumindest ein morbid veranlagtes Gemüt über die Idee, den „Todeszeitpunkt einer Wasserleiche am Geschmack“ bestimmen zu können, amüsiert sein, aber: Spätestens beim dritten Hören stellt sich mehr oder weniger gepflegte Langeweile ein. Nicht anders verhält es sich bei den längst zur Institution gereiften, auch auf „Es werde Nicht!“ reichlich dargebotenen Knorkator-Persiflagen auf die Niederungen des modernen Bestseller-Liedguts. Diesmal musste unter anderem der Kirmes-Techno-Gassenhauer „Faster Harder Scooter“ daran glauben. Auch hier stellt sich wieder die Frage nach dem humoristischen, geschweige denn musikalischen Mehrwert: Ein Musikstück, das bereits im Original unfreiwillige Satire ist, spricht letztlich für sich – es muss nicht mehr karikiert werden. Es bedarf keines Falsettgesangs oder eines Oktavenbass‘, um Scooter zu demontieren – das schaffen H. P. Baxxter und Co. auch ganz allein. Entsprechend schnell verflüchtigt sich jedes Amüsement. Im Grunde entbehrt dieser naiv-debile Musik-Klamauk nicht einer gewissen Tragik, denn: Knorkators Problem war nie die musikalische Darbietung, handwerkliches Unvermögen oder sprachliche Einfallsarmut. Im Gegenteil: Der Knorkator-Mix aus NDH, Metal, Pop, Glam-Rock und Polka geht ins Tanzbein, und manch eine konzeptionelle Idee - in „Refräng“ beispielsweise erteilen Alf Ator und Co. eine nahezu visionäre Lehrstunde in Sachen Songwriting – mutet beinahe avantgardistisch an. Aber: Jedes Mal, bevor des Rezensenten Haupt sich in tiefer Demut zu verneigen gewillt ist, konterkarieren sagenhaft platte Reime und Stumpens zweifellos gekonnter, aber nicht minder nervtötender Falsettgesang jeden Wohlklang. Vermutlich ist gerade diese sich dem Hit und der künstlerischen Reputation verweigernde Clownerie pure Absicht. Vielleicht wollen die Musik-Clowns einfach ihren traurigen Augenaufschlag kultivieren - und sich missverstanden fühlen; vielleicht ist ihnen einfach nur scheißegal, was andere - vor allem Musikkritiker – denken; vielleicht wollen sie einfach nur kindisch sein – und Witze mit kürzester Halbwertzeit reißen. Peter Garvens (22.09.2011) Link(s): www.knorkator.deCopyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum |
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KOMMENTARE zur REVIEW von Knorkator: Heike am 22.10.11, 16:50 Uhr Kann mich beiden Vorschreibern nur anschließen. Da wollte jemand eine ganz tolle, unwitzige, typische Musikkritikerseinwollerrezension ablassen... und hat es mal wieder nicht verstanden, die Stärken dieser CD zu erkennen. Traurig für rockszene.de, dass hier nur noch vermeintliche Musikkenner und "Szenedazugehörige" am Werk sind... Kritik: 1/10, Knorkator: 8/10 Ingoknitto am 23.09.11, 10:59 Uhr Kurz und gut: Mao hat Recht und der Herr Rezensent bekommt auch von mir 1/10 Punkten für ganz schlecht gemachte Hausaufgaben. Setzen, 6! Mao am 22.09.11, 19:32 Uhr Bitte was, Herr Rezensent? Sind Sie etwa die BILD? Plakativ den billigsten Teil der CD aufgreifen und auf den Tiefsinn der anderen Lieder einfach nicht eingehen? Zudem vergessen, dass die "Demontage" Scooters bereits auf einem Scooter Tribute Album erschien? Oder waren die restlichen Lieder so kompliziert, dass der Verstand des Schreiberlings einfach aussetzte? Vermutlich. Die Rezension bekommt 1/10 Punkte. Danke für Ihre Aufmerksamkeit. |
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