| CD-Kritik-Detail |
Candy Trip Down Synopsis, Cast And Crew (Eigenproduktion, 2009) Eigentlich ist die hannoversche Band Candy Trip Down schon seit dem Jahr 2004 aktiv, seit rund zwei Jahren jedoch konstant in der aktuellen Bandkonstellation. Das Quartett hat es sich zum Ziel gesetzt, die Energie des Grunge und Alternative-Rock der 90er Jahre in neuem Gewand wieder aufleben zu lassen. Dass Candy Trip Down auf ihrem Weg der kreativen und qualitativen Weiterentwicklung stetig Fortschritte machen, zeigt die acht Tracks umfassende CD „Synopsis, Cast And Crew“. Als typische Grunge-Band kann man Candy Trip Down aber gar nicht kategorisieren, wie zumindest die ersten vier Songs der Platte aufzeigen. Die Band versteht es gerade mit diesen Kompositionen, quasi der ersten, sehr starken Halbzeit der CD, ihre Vielseitigkeit, ihren Ideenreichtum zu präsentieren und dabei schlüssige, kompositorisch gut strukturierte Songs abzuliefern, die mitunter aufhorchen lassen, durch Eigenständigkeit überzeugen und Spaß machen. Grooviger Indie-Rock mit poppigen Elementen trifft auf Brit-Rock trifft aus US-Grunge/Alternative. Ein Trumpf-Ass haben Candy Trip Down mit Sänger und Gitarrist Daniel Stemme im Ärmel und die Karte wird in der ersten Halbzeit auch konsequent ausgespielt. Wenn die Weichen auf Indie-Rock mit Pop-Appeal gestellt werden wie bei „Paralysed“ oder im (brit-) rockigen „Meteor“, fühlt man sich an den charismatischen Gesang von Acts wie die Rembrandts oder an Oasis erinnert. Das überzeugt, hebt sich aus der Masse ab, wirkt authentisch und hat Widererkennungswert. Schon der straighte Opener „Now Soak Up The Breeze“ kommt auf diese Weise äußerst frisch, das bereits angesprochene „Paralysed“ packt rhythmisch, läuft wunderbar rund und geht ins Ohr. Im Hip Hop würde man das wohl „Flow“ nennen, was diesen Song unter anderem ausmacht. Und dass Candy Trip Down immer mal die ein oder andere Überraschung parat haben, kann man unter anderem im ebenfalls schon angeführten, hochenergetischen „Meteor“ hören. Dieser Song bietet einen feinen Platz für ein herrlich griffiges Gitarrensolo in bester Heavy-/Hard-/Stoner/Grunge-Rock-Tradition. In der zweiten Hälfte, mit den Songs 5-8, verflacht die Band ein wenig. Hier scheint älteres Liedgut verwertet worden zu sein, das über weite Strecken noch nicht so auf den Punkt kommt wie die Tracks der ersten Hälfte. Das ist zwar einerseits solide, aber phasenweise noch etwas unentschlossen. „Down And Out“, ein melancholischer, balladesker Song mit Akustikgitarren, wo die Gesangslinie schon mal ein Stockwerk tiefer geht, liegt dem Leadsänger dann hörbar weniger, in der Tonlage ist er hier offenkundig nicht zuhause. Ähnlich kritisch gestaltet sich das beim Folgetitel „Retain“, wo die Band versucht, möglichst viele Ideen, Parts und Breaks unterzubringen, was dem Song wenig zuträglich ist. Das klingt noch stark nach Orientierungsphase. „Sweetheart“ ist dann konsequenter: derber Grunge, ein Song der so dahinrockt, jedoch ohne bleibenden Wiedererkennungswert. Mit dem ebenfalls sehr rockigen Abschlusstrack „Shiver“ bekommen Candy Trip Down dann aber noch mal einigermaßen die Kurve, auch wenn hier letztlich weniger Parts mehr Song gewesen wäre, anderseits macht es aber auch mal Spaß, einer spielwütigen Band mit unvoreingenommener Herangehensweise zuzuhören, die frei von der Leber wegspielt. Fazit: Track 1-4 = erste Halbzeit= frisch und bärenstark, Track 5-8=zweite Halbzeit= geht so. www.myspace.com/candytripdown Andreas Haug (07.05.2009)Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum |
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KOMMENTARE zur REVIEW von Candy Trip Down: Harry am 12.05.09, 16:15 Uhr Lieber Herr Haug, glauben Sie mir: Es reicht vollkommen aus, wenn Herr Hagreodt jede seiner Kritiken mit einer Fazit-Phrase enden lässt. Tun Sie es ihm bitte nicht gleich, schon um der sprachlichen Vielfalt willen. Danke! |
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