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CD-Kritik-Detail
Pearl Jam-Ten

Pearl Jam

Ten

(Epic/ Sony Music, 2009)


Wer jetzt denkt, dass wir hier alle auf dem Baum pennen und nicht gemerkt haben, dass das besprochene Album bereits seit 18 Jahren auf dem Markt ist, der irrt! Es handelt sich in diesem Fall nämlich um eine Wiederveröffentlichung, ein so genanntes „Reissue“ des Grunge Klassikers „Ten“.

Pearl Jam läuteten Anfang der 90er Jahre zusammen mit Nirvana die Großzeit der Seattle Bands ein. Ich erinnere mich noch gut daran, als es für das Tragen von Omas selbst gestricktem Ringelpulli nicht mehr auf die Mütze gab, sondern man sogar als cool galt. Holzfäller Hemden, Doc Martens Stiefel, Armeehosen oder Schlabberjeans, dazu verfilzte Haare und schon war man der Star der Unterstufe (zumindest dachte man das damals). Man engagierte sich gegen Rassismus, fand Greenpeace toll und war gegen alles was einem moralisch die Haare kämmen wollte. Ich tickte damals zwar teilweise genauso, wirklicher Grunge Fan war ich zu dem damaligen Zeitpunkt allerdings nicht. Umso interessanter ist es für mich rückblickend dieses richtungweisende Werk der fünf „Seattlelaner“ zu betrachten.

Die Wiederauflage des Klassikers ist generell im Look von damals gehalten. Das ursprüngliche Album, ein kleines Büchlein mit Fotos aus fast 20 Jahren Bandgeschichte, eine Bonus DVD von „MTV Unplugged“ sowie eine Cd mit einem komplett neuen Mix von „Ten“, für den Brendan O´Brian die Knöpfe drehte, beinhaltet das Package. Als besonderes Special finden sich auf dieser Cd auch die ersten Demo Aufnahmen der Band, die Sänger Eddie Vedder und Bassist Jeff Ament angeblich beim Kramen auf dem Dachboden wieder gefunden haben.

Es macht Spaß nach so langer Zeit mal wieder eine Band wie Pearl Jam zu hören. Die Songs schwitzen an jeder Ecke Energie aus, der oft kehlig nörgelnde, dann plötzlich wütend ausbrechende Gesang von Vedder kann auch nach 20 Jahren noch mitreißen und klingt immer noch speziell und einzigartig. Der neue Mix der Platte behält die Kraft der Ursprungsversion bei und klingt dabei außerdem direkter, frischer und moderner. Songs wie „Even Flow“, das wunderbare „Jeremy“ und natürlich „Alive“ funktionieren nach wie vor einwandfrei.

Dieses Paket ist nicht nur für Fans eine Anschaffung wert, zumal die Truppe als einzige der damals großen Grunge Kapellen immer noch existiert, Alben veröffentlicht und Konzerte spielt. Wer verstehen möchte wo die Wurzeln heutiger Bands wie Incubus oder Nickelback liegen, der sollte sich diese Combo mal zu Gemüte führen. Und ein bisschen mehr Protest und weniger Möchtegern-Promi-Scheiße würden diesem Land sicherlich auch ganz gut tun. Da verzichtet man auch gerne mal auf die Optik.

Fazit: Das Feuer brennt nicht mehr lichterloh, doch die Glut ist noch längst nicht erloschen.

www.pearljam.com

Jan Hagerodt
(26.03.2009)

Weitere oder ähnliche Reviews:
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Pearl Jam - Riot Act (2002)

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KOMMENTARE zur REVIEW von Pearl Jam:

 Hannes am 29.03.09, 15:26 Uhr
Der Text wäre deutlich besser lesbar, wenn der Autor bei zusammengesetzten Wörtern Bindestriche statt Leerzeichen verwenden würde. Siehe den Wikipedia-Artikel "Leerzeichen in Komposita".




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