AnzeigeAnzeige AnzeigeAnzeige
CD-Kritik-Detail
Target:Blank-Target:Blank

Target:Blank

Target:Blank

(Eigenproduktion, 2008)


Warum die Braunschweiger von Target:Blank, die vor rund zwei Jahren aus der Formation Spieltrieb hervorging im Vorfeld von Bandcontests oft zu den Jury-Favoriten gehören und nicht selten auf den unterschiedlichsten Wettbewerben ihre Visitenkarte abgeben, wird bei der neuesten E.P. deutlich.

Target:Blank wissen auch mit dieser sechs Tracks umfassenden CD zu beeindrucken. Die Band liefert auch mit ihrem jüngsten Werk einen Tonträger, der internationalen Ansprüchen mehr als nur genügt. Eine nicht nur produktionstechnisch absolut professionelle Scheibe, die sich hier im Player dreht. Target:Blank bedienen sich in Stilen wie NewRock, Progressive/Alternative Rock und Metal.Das bedeutet, bissiges, druckvolles und –man kann es nicht anders ausdrücken – sehr fettes Gitarren-und Bassriffing im Wechsel mit einem sehr feinfühligem und ausgeklügelten Spiel in einigen Strophen. Der Schlagzeuger langt ordentlich hin, elektronische Effekte und Keyboard-Sounds verleihen dem Ganzen Würze und eine individuelle Note. Gesanglich werden griffige Hooks ausgepackt, die einige eingängige Melodien bereithalten.

Technisch spielt die Bands absolut brilliant und zeichnet sich durch hohen Ideenreichtum aus, geht mit Liebe zum Detail zu Werke. Target:Blank ist eine großartige moderne Rock-Platte gelungen, Musik wie man sie sich auf US-Veröffentlichungen von Major Labels oder live auf Festivals wie Rock Am Ring vorstellen kann, denn „Indie“ kommen Target:Blank nicht rüber. Man orientiert sich in puncto Songwriting, Arrangement und Produktion schon an gängigen Mustern mit denen Kollegen aus dem internationalen Musikbiz schon vor Jahren kommerzielle Erfolge feierten. Man will –so scheint es- ein möglichst breites Publikum ansprechen, Menschen so um die 30 die daheim auch Alben von Bands wie etwa Creed oder Alter Bridge im Schrank haben und Mitte/Ende der Neunziger zu den ersten Songs der Guano Apes abgegangen sind, einer Zeit als Begriffe wie „Groove“, „Fett“, „Auf –oder alternativ- in die Fresse“ in Mode kamen.

Und hier liegt auch der oft angeführte Hase im Pfeffer. Es gibt international offenbar zu viele Bands, die in diesem Genre ihre Platten verkaufen oder verkauft haben, fetter Breitwand-Stadion-Gitarren-NewRock- vor zehn Jahren hätte das noch richtig vom Hocker gehauen, es hätte neu geklungen, anno 2008 gilt das Thema „NewRock“ aber eher als „besetzt“, zuweilen ausgelutscht oder inhaltlich nicht wirklich greifbar. Ein Konsensstil, der auf der einen Seite Härte liefert auf der anderen Seite mit nahezu poppigen Melodien versöhnen will. Eine recht schwammige Angelegenheit. Für die Rolle des „Next Big Thing“ im professionellen Musikgeschäft dürften sich Target:Blank mit dieser Musik kaum aufdrängen, auch wenn sie mit dieser Platte eigentlich alles richtig respektive sehr gut machen und vollends überzeugen, phasenweise richtig begeistern können.

www.targetblankmusic.com

Andreas Haug
(26.06.2008)

Weitere oder ähnliche Reviews:
Target:Blank - Protophonic (2009)

Copyright:
Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
National | CD-Kritiken aktuell | E-Mail an Redaktion

KOMMENTARE zur REVIEW von Target:Blank:

Noch keine Kommentare vorhanden...


to the Top