| Rockszene.de Interviews |
Von der Dorfkneipe zu Rock Am Ring in nur 12 Monaten
Die Hannoveraner C For Caroline im Gespräch
von Andreas Haug Manchmal entwickeln sich die Dinge schnell. Zuweilen auch rasend schnell. Rund eineinhalb Jahre nach Gründung und auf den Tag genau zwölf Monate nach ihrer Live-Premiere in einer Dorfkneipe flatterte der Hannoveraner Punk-Pop-Band C For Caroline die Einladung für einen Auftritt bei Rock Am Ring ins Haus. C For Caroline hatten sich im bundesweiten Vergleich unter die Top20 der Coca-Cola-Soundwave-Discovery Tour 2008 platziert und spielen, wie die Kollegen My Enemies.12.Mistakes am ersten Juni-Wochenende auf Deutschlands größtem Open-Air-Festival.In der hannoverschen Musikszene machten C For Caroline zunächst durch ihre Teilnahme beim Emergenza-Wettbewerb auf sich aufmerksam, es folgten unter anderem Shows im Béi Chéz Heinz, im Rockhouse und im Frühjahr 2008 auf dem Shut Up And Play Fun Festival im MusikZentrum. Für August wurde man zum Fährmannsfest eingeladen. Zuvor steht Rock Am Ring auf der Gig-Liste. Ein ordentliches Pfund mit dem die Band in kurzer Zeit wuchern kann. Wir wollten von C For Caroline wissen, wie das vorbereitende Bandcaoching in Berlin lief, was man von dem Rock Am Ring-Auftritt und von der näheren Zukunft erwartet. Stellvertretend für die Band stand uns C-For-Caroline-Sänger und –Frontmann Max Ubben Rede und Antwort. Rockszene.de: Wie verlief das Coaching für euch? Wer konkret hat euch gecoacht, wie lief das ab? Wie war das Feedback? Wo liegen nach Ansicht der Coaches bereits eure Stärken, woran solltet ihr noch arbeiten? Max Ubben: Das Coaching war für uns alle eine echt tolle Erfahrung. Am Freitag hieß es zunächst Sachen packen und auf nach Berlin, wo wir in einem Hostel in Berlin-Friedrichshain untergebracht waren. Am Samstagmorgen, 9Uhr, ging’s dann los. In total entspannter Atmosphäre wurden wir vom Coca Cola Team und den anderen Bands (My Enemies XII Mistakes, Motosushi, Twanger und No Way To Use) im Kulturzentrum „AKUT“ begrüßt und über die bevorstehenden zwei Tage informiert. Für Samstag stand vor allem das Reflektieren der Band auf der Bühne an. Hierfür spielten wir vier Songs vor dem Publikum der anderen Bands und wurden dabei sowohl musikalisch als auch auf Video aufgenommen. Das Ganze bekamen wir dann am Nachmittag auf einer riesigen Kinoleinwand im Kreis der Band und der Coaches zu sehen. Im Anschluss wurde über die Dauer von fast 90min analysiert und diskutiert, was für uns alle sehr aufschlussreich war. Stärken sahen die vier Coaches Stefan Machalitzky (Gitarre), Bela Brauckmann (Drums), Astrid North (Vocals) und Beat Halberschmidt (Bass) vor allem in unserem Songwriting, welches sie als eingängig, schlüssig und „hookig“ (auf Nachfrage: ohrwumlastig) bezeichneten. Dies freute uns besonders, da es schließlich das Elementare an unserer Musik ist. Anreize wurden uns im Bereich Bühnenoutfit und Performance gegeben, woran wir arbeiten. Parallel dazu liefen, jeweils für die einzelnen Bands, Informationsgespräche zum Thema „Musikbusiness“, Fotoshootings und ein Interview- und Presse-Coaching, womit der Samstag dann auch schon fast rum war. Mit einem Gemeinschaftsessen im absoluten Kult-Restaurant „White Trash“ wurde dieser dann ausklingen gelassen. Am Sonntagmorgen ging es dann mit den Instrumenten- und Vocal-Coachings los. Zweieinhalb Stunden wurde in kleinen Gruppen vorgespielt, geübt und Tipps angenommen. Im Anschluss stand dann ein längeres Info-Gespräch über Ablauf und Unterbringung bei „Rock am Ring“ an, sowie ein Abschlussgespräch mit den Coaches. Rückblickend war das Wochenende für uns ein wahnsinnig aufschlussreiches und aufregendes Erlebnis in total entspannt-harmonischer Atmosphäre. Wir konnten viele Tipps mitnehmen und freuen uns riesig auf das bevorstehende Wochenende in Nürburg! Rockszene.de: Wie bereitet ihr euch auf Rock Am Ring vor? Wie lange werdet ihr spielen und habt ihr schon Bühnenzeiten? Max: Eine richtige Formel, um sich auf den „bevorstehenden Wahnsinn“ vorzubereiten, haben wir eindeutig nicht. Wir haben das verinnerlicht, was die Coaches uns mit auf den Weg gegeben haben und uns zusätzlich bzgl. unserer Song-Auswahl noch den Rat des Mitproduzenten unserer ersten Demo, die wir letztes Jahr im Rahmen eines namenhaften Contests aufgenommen haben, eingeholt. Die Songs spielen, können wir. Ansonsten hilft wohl nur das Hoffen, dass wir nicht durch die Aufregung „verkacken“. Die Spielzeit steht mittlerweile auch fest. Um 14:00Uhr heißt es Vorhang auf und Bühne frei für „C for Caroline“. Wir werden drei Songs spielen. Hierbei ist unsere Wahl auf unseren ersten Song „Carry On“, mit dem wir bereits letztes Jahr einen Contest gewannen, unseren Coke Gewinnersong „Emo-Song“ und einen neuen namens „Her Day“ gefallen. Rockszene.de: Was erwartet ihr von diesem Auftritt, wo seid ihr untergebracht, habt ihr weitere Infos von Coca-Cola? Max: Wir erwarten zunächst einmal eine ganze Menge Spaß und freuen uns auf riesen Bühne! An so viel Platz wird man sich wohl erst einmal gewöhnen müssen. Untergebracht sind wir im Center Park, 20km entfernt vom Ring. Für die Hin- und Rücktouren während der drei Tage sorgt ein Shuttle-Service von Coca Cola. Rockszene.de: Glaubt ihr, dass eine Show in diesem Rahmen direkte Auswirkungen auf eure Bandkarriere haben könnte, dass sie so etwas wie einen „Durchbruch“ bewirken kann? Max: Naja, 10 von den 20 teilnehmenden Bands kommen noch eine Runde weiter und werden ebenfalls auf dem Highfield, Hurricane und Area4 Festival spielen. Darüber hinaus werden einige Bands mit Auslandgigs und Promo-Aktionen weiter gefördert werden. In der Hinsicht wäre das wohl schon ein Schritt weiter. Ob das Weiterkommen jedoch für uns drin ist, darüber machen wir uns aber gar keine Gedanken. Wir ziehen unser Ding durch und wenn’s reicht, dann ist es halt super. Wir sind ohnehin die jüngste Band mit nicht einmal eineinhalb Jahren Banddasein und gerade einmal einen halben Jahr in dieser Besatzung. Wir haben musikalisch noch so viele Ziele, an denen wir arbeiten und welche wir umsetzen möchten, sodass wir nicht glauben, dass dies das letzte Mal gewesen sein wird, dass ihr von uns hören werdet. Wenn wir nicht weiterkommen, feiern wir am Samstag kräftig mit den Bands, die es geschafft haben, lassen es richtig krachen, und freuen uns, dass wir es in (auf den Tag genau!) einem Jahr „von der Dorfkneipe zu Rock am Ring“ geschafft haben, denn am Tag der Entscheidung hatten wir genau ein Jahr zuvor unseren ersten Gig. Rockszene.de: Was gibt es sonst Neues bei euch? Max: Die Sache mit Rock am Ring kostet viel Zeit. Dennoch haben wir in den letzten zwei recht stressigen Monaten einen neuen Song fertig gestellt, eine schöne Pop-Punk Ballade (mit Betonung auf „Pop“). Außerdem warten schon eine ganze Hand voll neuer Songs darauf, endlich mit der Band eingespielt zu werden. Sollten wir also nicht weiterkommen, laufen wir keinesfalls Gefahr, dass uns langweilig wird. Und wenn hin und wieder dann noch Zeit übrig bleibt, wird an der Zweitstimme für unser Set gearbeitet, die Dank Dean (seit Oktober dabei) nun endlich möglich ist. Foto: Pressefreigabe Links zum Thema: www.cforcaroline.de www.myspace.com/cforcaroline |
| zurück |