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Rockszene.de Interviews

Fury-Bassist Christian Decker im Interview
Über das Album „Nimby“, die Tour und Pläne danach
von Andreas Haug

Fury-Bassist Christian Decker im Interview-Über das Album „Nimby“, die Tour und Pläne danachDas Frühjahr 2004 fördert mit „Nimby“ ein neues Album von Fury In The Slaughterhouse zu Tage, das von Experten mit sehr viel Vorschusslorbeeren bedacht wurde.

Die Hannoveraner kommen deutlich rockiger daher, als noch bei den Platten zuvor, die Songs sind gitarrenlastiger, ähnlich wie in den Anfangstagen der Band. Neu ist auch, dass sich die sechs erstmals der Herausforderung gestellt haben, ihr mittlerweile zehntes Album selbst zu produzieren.

Am 23. März 2004 waren Fury In The Slaughterhouse zu Gast auf der Showbühne bei Saturn in Hannover um die neue Platte im Rahmen eines akustischen Shop-Gigs live vorzustellen.

Für uns eine gute Gelegenheit, im Anschluss an den Gig und die Autogrammstunde mit Fury-Bassist Christian Decker ein paar Worte zum neuen Album, der Frühjahrstour 2004 und den weiteren Ambitionen der Band zu wechseln.
Rockszene.de:
Die neue Fury-Platte „Nimby“ ist nun auf dem Markt. Ist sie das geworden, was ihr euch vorgestellt habt, als ihr ursprünglich mit den Aufnahmen begonnen habt ? Wie zufrieden seid ihr ?

Christian Decker:
Normalerweise setzen wir uns im Vorfeld keine besonders großen Ziele wenn wir eine Platte machen, was „Nimby“ angeht, war es uns dieses Mal aber ganz wichtig und ein Ausgangspunkt, dass wir dieses Album selbst produzieren wollten und dass dies gelungen ist, ist eigentlich der allergrößte Erfolg. Ein weiteres Anliegen war uns bei dieser CD, wieder einen Bandsound zu formen, die Stücke sind zum Beispiel deutlich gitarrenlastiger geworden.

Rockszene.de:
Was war der Grund dafür, dass ihr keinen externen Produzenten wie Jens Krause hinzugezogen habt, lief das bei den vorherigen Platten nicht ganz so gut ?

Christian:
Nee, das kann man nicht sagen. Jeder Produzent gibt und gab Anstöße, die für die Entwicklung der Band sicherlich wichtig waren, aber wir haben jetzt neun Alben mit verschiedenen Produzenten eingespielt und da war es jetzt für das zehnte eine naheliegende Herausforderung, das selbst zu machen und uns auch ein Stück weit selbst zu beweisen, dass wir das können.

Rockszene.de:
Ihr setzt euch unter anderem im Song „V.I.P.“ ein bisschen augenzwinkernd mit dem Hype und Promigehabe im Musikgeschäft und in den Medien auseinander. Ist der Song in Verbindung mit der eher rockigen „Back-to-the-roots“ Attitüde von „Nimby“ symbolisch und auch als generelle Aussage von euch zum aktuellen Geschehen in der Musikszene zu sehen?

Christian:
V.I.P. persifliert natürlich das, was im Musikgeschäft teilweise abgeht und ist absolut ironisch zu sehen. Wir sind auch ganz froh, dass wir in diesem Sektor nicht mitmischen und nicht reich und berühmt sind, sondern eher wohlhabend und bekannt (schmunzelt).

Rockszene.de:
Was macht für dich „Nimby“ besonders aus ? Hast du einen Lieblingssong ?

Christian:
Ich will da gar keinen Song besonders herausstellen, ich finde den Abwechslungsreichtum auf der Platte sehr gut. Mir gefällt der Opener „Welcome To The Other World“ mit der Saz von Gero (türkisches Saiteninstrument-d.Verf.) besonders gut und finde es auch klasse, dass auch anders geartete Stücke wie „Number Two“ oder „One Chord Reggae“ ihren Platz gefunden haben. Ich denke, „Nimby“ kann man geschlossen gut durchhören.

Rockszene.de:
Was ist auf der jetzt im Frühjahr anstehenden Tour zu erwarten ? Gibt´s besondere Überraschungen ? Wird showtechnisch groß aufgefahren oder präsentiert ihr euch eher wie in den Anfangstagen, sprich Kofferverstärker raus und losrocken ?

Christian:
Kleiner sicher nicht, aber ursprünglicher kann man schon sagen. Es soll schon wieder eine ziemlich klassische Rock ´n Roll Show werden. Wir haben zuletzt ja viel mit Filmen ausprobiert, das wird es dieses Mal nicht geben. Wir setzen auf altbewährtes Licht, also die klassischen Elemente, die eine gute Rockshow ausmachen.

Rockszene.de:
Denkt ihr schon an die Zeit nach der Tour ? Gibt es schon lockere Pläne ?

Christian:
Wir haben natürlich unsere Nebenprojekte, die wir auch weiterhin hegen und pflegen wollen, aber auch für Fury gibt es schon weitere Pläne und Ziele. Dadurch, dass wir jetzt „Nimby“ selbst produziert haben, wollen wir uns beim nächsten Mal auch mit Dingen wie Mixing und Mastering auseinandersetzen und das auch selbst machen. Außerdem gibt es Überlegungen im Hinblick auf eine Live-DVD sowie eine Live-CD, die spätestens 2006 rauskommen sollen.

Rockszene.de:
Dann wird die aktuelle Tour demnach mitgeschnitten ?

Christian:
Teilweise. Nachdem wir die letzte DVD „Monochrome“ bei einem einzigen Konzert im Peppermint Pavillon Hannover mitgeschnitten haben, würden wir bei der nächsten gern eine Zusammenfassung aus verschiedenen Auftritten anbieten wollen.

Rockszene.de:
Wie ist eigentlich dein Anteil an den Songs von Fury ? Du hast in Hannover ja auch ein Studio. Schreibst du auch Songs oder bist du eher der Soundtüfftler und Bassmann in der Band ?

Christian:
Ich bin kein klassischer Songwriter, steuere aber auf jeden Fall Songideen bei und versuche, das im Moment auch auszubauen, beschäftige mich aber schon sehr gern mit dem Thema Programming, bin dann also schon eher der akribische Arbeiter.

Rockszene.de:
Was machen deine Nebenprojekte ? Hast du auch Solo-Ambitionen ?

Christian:
Ich bin in verschiedenen Projekten involviert, die sehr viel Spaß machen, aber ein großes Christian- Decker- Solo-Ding wird es nicht werden (schmunzelt).
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