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Olli und Gernot Busse von Cosmic Tribe
Die CD „Push“, Rock in Hannover, Bandcontests und mehr
von Andreas Haug Der Name ihrer neuen Maxi-CD Push ist für die hannoversche Rockband Cosmic Tribe gleichzeitig Programm. Die Band, die schon ein paar Jahre durch Hannover und die Lande rockt, dabei ganz ordentliche Erfolge verbuchen konnte und sogar schon in den USA eine kleine Tour auf die Beine stellte, will jetzt richtig durchstarten.Mit Lars Warnecke von der Support Agentur hat man ein Management gefunden, Willi Dammeier vom Institut für Wohlklangforschung kümmert sich unter anderem um produzententechnische Belange, dazu ist man beim Hubble Musikverlag unter Vertrag genommen worden. Am Rande ihres CD-Release-Konzertes am 6.Juni 2003 im Faust Hannover, traf Andreas Haug die Cosmic Tribe Musiker Olli und Gernot Busse(Gesang bzw.Gitarre) zum Interview. Dabei ging es vor allem um die neue CD, die Entstehung der Songs und die Perspektiven im Musikgeschäft. Aber auch die Rockszene in Hannover und deren Stellenwert sowie Bandwettbewerbe wie der von Radio ffn seit Jahren ausgerichtete Contest New Sensation wurden sehr offen und kritisch erörtert. Rockszene.de: Bei der heutigen Show im Faust stellt ihr eure neue Maxi Push vor. Den Titeltrack und zwei weitere Stücke kennt man bereits von Vorgänger-Alben. Wer hatte die Idee der Neuaufnahme und was wollt ihr mit Push erreichen ? Olli Busse: Den Anstoß zu der Produktion haben unser Management, Lars Warnecke von der Support Agentur und Willi Dammeier vom hiesigen Tonstudio Institut für Wohlklangforschung gegeben. Die älteren Tracks sollten in neuen Versionen frisch aufgenommen und neu gemischt präsentiert werden. Dazu gibt es auf der Maxi zwei neue Songs. Die Maxi soll vor allen Dingen auch als Bewerbungsunterlage dienen, wir wollen Medien, Plattenfirmen und Veranstalter bemustern und auch dabei auch eine gewissen Bandbreite zeigen. Lovestar haben wir deshalb z.B. in einer Akustik-Version aufgenommen. Den Song Ciao Baby findet Lars radiotauglich, wir haben ihn noch etwas schräger hinbekommen. Im Endeffekt haben wir uns aber etwas zurückgehalten und Lars, Willi und Wilhelm (vom Hubble Musikverlag-d.Verf.) machen lassen. Rockszene.de: Kann man das dann auch so verstehen, dass Willi Dammeier über seine Aufgabe als Toningenieur hinaus, in erster Linie die Funktion des Produzenten gehabt hat ? Olli: Er ist Mit-Produzent. Die Songs standen bereits vom Gerüst. Willi hat da nicht, wie es andere Produzenten durchaus mal machen, ins Songwriting und die Abläufe eingegriffen, sondern sehr sensibel seine Soundideen eingebracht. Gernot Busse: Im Prinzip haben wir ein paar mehr Instrumente eingespielt. Diese technischen Möglichkeiten hatten wir bei der Vorgänger-Platte S.O.M.A. beispielsweise nicht. Bei Push haben wir hier und da ein paar Gitarren zugesetzt um mehr Farbe hineinzubringen, die Arrangements der Stücke haben wir gar nicht groß geändert. Rockszene.de: Mit It´s no good habt ihr einen Titel von Depeche Mode gecovert, einer Band, die in eurer Biografie und den Musikersteckbriefen gar nicht als großer Einfluss genannt wird. Bands wie Emil Bulls sind mit Cover-Versionen typischer 80er-Jahre-Bands wie a-ha in die VIVA-Rotation gekommen. Habt ihr einen ähnlichen Plan ? Wer hatte die Idee, Depeche Mode zu covern ? Olli: Das war meine Idee. Ich stehe schon auf Depeche Mode, vor allen Dingen auf die Sachen, die die Band Anfang der 90er-Jahre herausgebracht hat, wo akustische Instrumente wie Gitarre und Schlagzeug in deren Musik integriert wurden... Gernot: ...Mittlerweile sind Depeche Mode auch schon fast so etwas wie eine Rockband geworden, finde ich. Olli: Mit dieser Cover-Version wollten wir aber nicht auf einen bestimmten Zug aufspringen, es war eher eine spontane Idee, dem an sich guten Song, der für meine Begriffe im Original stellenweise etwas langweilig wirkt, unsere Note aufzudrücken, weil ich der Meinung war, da könnte man was draus machen. Gernot: Live nehmen wir immer das ein oder andere Cover-Stück mit ins Programm auf, einfach deshalb, damit die Party losgeht, dass wir das Publikum gewinnen. Bei Led Zeppelin können die Leute gleich mitgrooven. Wenn man Songs dagegen noch nicht so kennt das geht mir auch so-muss man erstmal hinhören und kann nicht gleich Party machen. Die Depeche-Mode-Nummer passt aber auch sehr gut zu unserem Style, deshalb haben wir sie mit auf die neue Maxi-CD genommen. Rockszene.de: Welche Zielgruppe wollt ihr ansprechen, was erwartet ihr von der neuen CD ? Ihr habt durchklingen lassen, dass sie auch in sehr starken Maße eine Bewerbungsunterlage sein soll. Wollt ihr verstärkt Leute aus dem Musikgeschäft überzeugen oder auch das Publikum ? Olli: Sowohl als auch. In erster Linie wünschen wir uns, dass das Ganze den Weg über die Radiostationen an die Öffentlichkeit findet, wenn dann parallel Plattenfirmen und Clubs darauf aufmerksam werden, wäre das ideal. Rockszene.de: Habt ihr also durchaus vor, eine Profikarriere anzustreben, vorausgesetzt, es ergeben sich die entsprechenden Schlüssselkontakte ? Gernot: Ja, grundsätzlich schon. Wenn sich was ergibt, klar warum nicht ? Wär´ja nicht verkehrt, wenn man sein Hobby zum Beruf macht. Olli: Wir haben vor Jahren aus Spaß angefangen und sind kontinuierlich weiter gekommen mit unserer Musik, allerdings haben wir auch alle unsere Ausbildungen abgeschlossen. Man kann ja in der heutigen Zeit nicht einfach so blauäugig ins Feld hüpfen. Wir sind zufrieden, wie sich die Band entwickelt hat und machen auch weiter. Wenn sich was in der Richtung Plattendeal oder ähnliches ergibt, nehmen wir das mit. Rockszene.de: Ihr seid ja eine Band aus Hannover. Hannover wird teilweise immer noch nachgesagt, die heimliche Hauptstadt des Rock zu sein. Wie schätzt ihr die hiesige Szene ein ? Meint ihr, es ist ein Vorteil aus Hannover zu sein im Hinblick auf die Karrieren von Bands wie Fury oder Scorpions ? Gernot: Ich denke, es ist weder ein Vor-noch ein Nachteil. So richtig Rock wie früher zu Zeiten als Bands wie Fury oder noch viel früher Scorpions hoch gekommen sind, gibt´s in Hannover derzeit doch gar nicht. Olli: Man hört es immer wieder, egal wo man spielt. Da sagen die Leute: Hannover ist eine Rockstadt. Nur, für eine Rockstadt gibt es hier meiner Meinung nach zu wenig Auftrittsmöglichkeiten. Wo kann man hier als Rockband doch noch groß auftreten, wenn man nicht gerade mindestens 200 Leute zieht und dann in Locations wie die Faust gehen kann ? Der Standort Hannover ist relativ schwierig. Gernot: Ich persönlich sehe das so, dass Hannover zwar immer noch die heimliche Hauptstadt ist, das aber inzwischen in der Öffentlichkeit ganz hinten ansteht. Die lokale Rockszene wird doch nicht mehr in dem Maße und auf der breiten Basis gefeatured wie vor Jahren bei den Scorpions, Fury oder Jane, wobei ich Fury eher als Pop-Rock-Band sehen würde, denn als Rockband im eigentlichen Sinn. Olli: Bands wie Victory oder Thunderhead wurden zwar auch gefeatured, blieben aber vergleichsweise zu den Scorpions eher ein Geheimtipp. Vielleicht gibt es andere Städte, die besser dran sind, z.B. Hamburg oder Berlin... Rockszene.de: Habt ihr bei Konzerten in Städten außerhalb Hannovers feststellen können, dass das Interesse an Rockmusik so wie ihr sie macht, größer ist ? Gernot: Ich denke, das Interesse an Livemusik in Deutschland ist allgemein nicht besonders groß. In Amerika, wo wir vor zwei Jahren eine kleine Tour gemacht haben, ist das ganz anders. Die kennen das gar nicht eine Kneipe ohne Livemusik. Rockszene.de: Sprechen wir über eure Songs und deren Entstehung. Gibt es bei Cosmic Tribe eine treibende Kraft oder läuft das ähnlich basisdemokratisch wie in anderen Bands ? Gernot: Es werden von einzelnen Musikern Grundthemen eingebracht, vieles kommt von mir als Gitarrist. Den Song schreiben wir dann aber schon zusammen. Olli: Auch wenn wir eine Gitarrenband sind, kommen doch in letzter Zeit häufiger die Sachen vom Groove. Peer, unser Bassist, bringt viele Ideen mit ein. Gernot: Wir machen auch häufig Jam-Sessions, daraus entstehen meist die abgefahrensten Songs (grinst) Rockszene.de: In eurer Info steht, dass die Songtexte bewusst in Englisch gehalten sind, unter anderem weil die Texte auch im hintersten Winkel des Cosmos verstanden werden sollen. Wer schreibt bei euch die Texte und wie wichtig sind sie ? Olli: Die Texte stammen ausschließlich von mir und gehen verstärkt in die sozialkritische Richtung. Aber auch Themen wie Liebe und Trennung werden verwendet, das versteht inhaltlich dann so ziemlich jeder, auch im hintersten Winkel der Welt. Rockszene.de: Plattenfirmen und auch das Publikum erwarten heute von neuen Bands das Besondere. Was macht aus eurer Sicht Cosmic Tribe so einzigartig, was hebt euch aus der Masse der Bands hervor ? Gernot: Das Besondere ist, dass unsere Songs einfach anders klingen. Auch wenn wir natürlich unsere Vorbilder haben, aber wenn ein Song bei uns AC/DC inspiriert ist, heißt es noch lange nicht, dass der dann auch wie AC/DC klingt. Obwohl unsere Musik ziemlich hart ist, ist sie immer noch melodiös und vor allem tanzbar. In gewisser Weise hat sie dadurch auch einen kommerziellen Touch. Olli: Ich verwende beispielsweise Effektgeräte für meinen Gesang, Flangings und so, die über ein separates Mikro laufen, gerade auch auf der Bühne. Ich denke, das klingt dann auch ziemlich unverwechselbar nach Cosmic Tribe. Rockszene.de: Stichwort Rockwettbewerbe. Oftmals als Sprungbrett angepriesen. Emergenza habt ihr ja nicht mitgemacht... Gernot: ...dieses Jahr nicht, aber wir haben schon alles mitgemacht (grinst) Rockszene.de: Ich kann mich an eure Teilnahme beim Sixpack 2002 vom Rockbüro Hannover und an New Sensation, den Bandcontest von Radio ffn erinnern, den ihr vor wenigen Tagen bestritten habt. Mit welcher Motivation und Erwartungshaltung seid ihr da reingegangen ? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? Olli: ....(verfällt in schallendes Gelächter)..... Gernot: Wir machen generell ungern Contests mit, weil´s einfach unprofessionell aufgezogen wird. Da ist immer Hektik, man kommt da hin, macht irgendwie Soundcheck und hinterher steht der Sound eh nicht. Das war auch bei New Sensation so. Dieser Wettbewerb ist zum Beispiel auch zu weit gestreut. Man kann einen Robbie Williams Act nicht mit einer Rockband wie uns vergleichen. Man soll vier richtige Rockbands spielen lassen und die dann bewerten, aber so ist das wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Pop-Rap und Rock. Bei New Sensation haben wir uns dann auch noch einen Spaß erlaubt. Obwohl wir da im Capitol letzte Woche die Möglichkeit gehabt hätten, etwas softer zu spielen, haben wir uns gesagt: Wenn schon, dann blasen wir sie richtig weg (lacht). Olli: Ja, Stichwort New Sensation. Warum wählt ein Formatsender wie Radio ffn eine Rockband aus wie uns, wenn die dann im Interview mit uns noch nicht mal den Song spielen, den wir pushen wollen, nämlich Push. Der ist uns zu hart, den spielen wir nicht, haben die bei ffn gesagt. Gernot: Wir spielen die Wettbewerbe einfach um uns vor einem breiteren Publikum vorzustellen. Wenn jede Band zehn, fünfzehn Fans mitbringt, ist die Chance größer, dass man mit seiner Musik mal neue Leute erwischt. Spaß macht es nicht, weil es einfach blöder Stress ist, alle kommen sich da ganz toll vor, an der Organisation und Technik mangelt es häufig am meisten. Ich frage mich, warum man eigentlich einen Soundcheck macht, wenn hinterher eh alles anders klingt, wie auch wieder bei New Sensation. Da machen alle Bands Soundcheck, einen Monitorsoundcheck und wenn alle durch sind, wird der Monitorsound wieder verstellt mit der Folge, dass wir uns dann beim Auftritt gar nicht mehr gehört haben (lacht). Olli: Ich habe gesagt, New Sensation machen wir mit, mal sehen was passiert. Die Jury saß aber zum Beispiel da rum, hat sich nett unterhalten, sich nichts notiert, denen war das offensichtlich scheißegal. Das ist oftmals das Ärgerliche an diesen Veranstaltungen. Rockszene.de: Wenn der Gig heute Abend rum ist. Wie geht es dann weiter bei euch ? Wie läuft die Promotion für die Maxi CD und was sind eure nächsten Pläne ? Gernot: Erstmal Promotion. Zunächst werden alle Radiostationen bemustert, dann die Presse und natürlich auch gezielt die Plattenfirmen die unsere Sparte abdecken. Demnächst spielen wir aber auch mal wieder im Frosch einen kleineren Kneipengig. Wir schreiben auch weiterhin an neuen Songs. Die Gerüste zu neun, zehn neuen Songs stehen schon, wir kommen gut voran und hoffen, im nächsten Jahr wieder ein komplettes Album zu präsentieren. Olli: Und dann hoffen wir, das bei einer Plattenfirma rausbringen zu können. Wenn das nicht klappen sollte, mache wir es halt wieder alleine (lacht) Rockszene.de: Danke euch beiden für das ausführliche, nette und offene Gespräch. Viel Erfolg beim Gig nachher. Surtipps zum Thema: www.cosmictribe.de www.support-agentur.de www.wohlklangforschung.de |
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