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Eine Frage der richtigen Chemie
Monster Magnet-Frühwerke werden neu veröffentlicht
Von Paul Schüler

Eine Frage der richtigen Chemie-Monster Magnet-Frühwerke werden neu veröffentlicht„Drogen sind ein Teil meines Lebens, den ich nicht bedaure“, sagte Dave Wyndorf 1999 in einem Interview. Vor allem scheinen sie ein Teil seines Lebens zu sein, den er nicht los wird.

Erst kürzlich musste die gesamte für das Frühjahr 2006 geplante Europa-Tour seiner Band Monster Magnet abgesagt werden – weil Sänger Wyndorf nach einer Überdosis im Krankenhaus gelandet war.

Die Folgen ausgiebigen Drogenkonsums konnten das erste Mal 1992 bewundert werden, als mit „Spine Of God“ das erste Monster Magnet-Album erschien. Breitbein-Rock´n´Roll, gepaart mit einer ganzen Reihe psychedelischer Elemente: Die Gitarre jaulte, Dave Wyndorf entschwebte in Sphären, die wohl nur mit halluzinogener Chemie zu erreichen sind. Kurzum: Die Scheibe war ein Riesenerfolg, Monster Magnet hatte einen Major-Deal sicher. Kurz danach veröffentlichte man noch die EP „Tab“, die aus vier Songs bestand. Dass die Spielzeit trotzdem über 50 Minuten betrug, lag hauptsächlich am Titeltrack „Tab“, einem halbstündigen Drogentrip mit anschließender Jam-Session. Laut Wyndorf hing während der Aufnahme des Songs eine Uhr an der Wand des Studios. Die Zeiten, an denen die Band in den nächsten Teil des Monster-Songs wechseln musste, waren mit Klebeband darauf markiert.

Es folgte der kometenhafteAufstieg der Band. Man erklomm die ganz großen Bühnen, tourte die ganze Welt. Irgendwann entschied Wyndorf, den Drogen den Rücken zu kehren. Und 2003, nach vier weiteren Alben, entschied sich die Plattenfirma Universal, Monster Magnet genau so zu behandeln. Schnell wurde noch ein Best Of zusammengeschustert, dann wechselte die Band zum hannoverschen Label SPV. Was folgte, war Rock´n´Roll – aber ohne Drogen. Die psychedelischen Elemente in den Songs nahmen ab, wichen straightem Rock. 2004 erschien „Monolithic Baby!“ und erfreute Kritiker und Fans gleichermaßen. Allerdings gab es in den letzten Jahren ständig Umbesetzungen in der Band: zweimal wurde der Drummer gewechselt, Bassist und Gitarrist jeweils einmal.

Nun wurde die geplante Europa-Tour abgesagt, begründet mit einem schweren Drogenrückfall Wyndorfs. Wie es mit Monster Magnet weiter geht, ist folglich ungewiss. Sicher ist dagegen, dass SPV die beiden ersten Veröffentlichungen der Band neu herausbringt. „Spine Of God“ und „Tab“ sind seit dem 3.März 2006 zum Special Price erhältlich. Ein Teil der großen Rockgeschichte – möge sie gut ausgehen.

www.monstermagnet.net
www.spv.de
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