Gehört und Gesehen - Killer Escort Service

08.12.2006Cripper

Cripper

Killer Escort Service

Eigenproduktion (2006)

Bei den Online-Kollegen von metalglory.de war im Zusammenhang mit der Band Cripper in einem Nebensatz schon von „Hannovers neuer Hoffnung in Sachen Thrash Metal“ die Rede. Die Band hat sich das gleich werbewirksam in fetten roten Lettern in die Bandinfo gesetzt. „Hannovers neue Hoffnung…“, die übliche Phrasendrescherei oder steckt bei Cripper wirklich mehr dahinter?

Aufschluss darüber gibt die vorliegende 6-Track-EP „Killer Escort Service“, die von Curt Doernberg in den Droehnwerk Studios produziert wurde, eine in der Region Hannover bekannte Lokalität, in der schon so manches Metal-Brett gebohrt wurde.

Was die Band um Britta, Christian, Jonathan, Erik und Dennis mit dieser CD auftischt, ist durchaus schmackhafter und gut verdaulicher Metal, zwischen Thrash und Melodic Death mit vielen genreüblichen Bestandteilen: Zweistimmige Gitarrensoli, vertrackte Rhythmen und Breaks, ein zeitweise atemberaubendes Tempo und über weite Strecken aggressiv inszenierte Vocals eingebettet in einer noch unverbeulten Klangrüstung (um mal den hier weniger zutreffenden Begriff „Soundgewand“ zu vermeiden) sind charakteristisch auch für diese Band und diese CD.

„Regionales Tonträger-Debüt gelungen“ könnte man sagen, denn „Killer Escort Service“ ist ein wirklich ordentliches Demo das zum einen unterstreicht, dass die erst Anfang 2005 gegründete Band spieltechnisch und musikalisch in Sachen Metal über viel Talent verfügt, zum anderen auch aufzeigt, wo zukünftig noch etwas nachgelegt werden darf.

Was die Stimmen/Gesang/Shoutings angeht, darf es für diese Stilrichtung ruhig noch etwas härter und extremer zu Werke gehen, denn hier wirken Cripper vergleichsweise zahm. Auf diesen Aufnahmen erinnern die Vocals in manchen Momenten eher noch an das trockene Bellen des treuen Hofhundes oder das trotzig-vorlaute Fauchen des heimischen Stubentigers, als an das bei anderen vertraute heftige Röhren, Brüllen oder Grunzen.

Also, Gruppenticket für eine ausgedehnte Geisterbahnfahrt auf dem Rummel lösen, einen gemeinsamen Videoabend mit vier bis fünf Horrorfilmen verbringen und bei Kollegen wie Napalm Death, Operation Counterstrike oder Banished Reality noch mal ruhig eine Schippe vokaler Inspiration nehmen… ansonsten so munter weitermachen wie begonnen !

www.cripper.de


Andreas Haug
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Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Cripper - Antagonist (2012)
Cripper - Freak Inside (2007)
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