Gehört und Gesehen - Frances The Mute

08.12.2006The Mars Volta

The Mars Volta

Frances The Mute

Universal Music (2005)

Die bislang mit Abstand abgefahrenste CD des Jahres kommt aus dem Hause The Mars Volta. Nach dem Megaerfolg ihres 2003er Debüts „De-Loused In The Comatorium“ setzen die beiden ehemaligen At The Drive-In Musiker Omar Rodriguez und Cedric Bixler mit „Frances The Mute“ noch einen drauf.

Vielleicht auch aufgrund der Länge von „nur“ knapp 6 Minuten sticht die Single „The Widow“ heraus, ist dieser Track doch noch am einfachsten zu verstehen und nachzuvollziehen. Leidenschaftlicher Gesang, chillige Sounds und versteckte Trompete (gespielt von Flea von den Red Hot Chili Peppers) zeigen hier die stillere Seite der Band, welche durch rasende Gitarrensoli immer mal wieder unterbrochen wird.

Beim fast schon fröhlichen, spanisch und englisch gesungenen „L´via l´viaquez“ darf dann der spätestens seit einigen seiner tollen Soloalben zur Ikone gewordene John Frusciante (ebenfalls RHCP) die Gitarre spielen; auch er wird sich gewundert haben, wie man Kubarhythmen mit progressivem Gefrickel mischen kann und dann trotzdem den Faden nicht verliert.

Längere Instrumentalparts, die manchmal als eine alte Pink Floyd meets Morricone-Mixtur durchgehen könnten, wechseln sich mit dramatischen Ausbrüchen ab. Selbst das kürzeste Jammen wirkt spontan aufgenommen und steigert sich zu einem emotionalen Höhepunkt, bevor der entsprechende Song dann immer noch nicht vorbei ist.

Das Instrumentenspektrum, die schier grenzenlosen Einflüsse aller möglichen Musikrichtungen der letzten Jahrzehnte, die experimentellen Klangwelten, die zumeist perfekte Dynamik…all dies macht „Frances The Mute“ zu einer der wahrsten Crossover-Platten der letzten Zeit.

Wenn man sich nicht ausschließlich von der Vielfalt überrumpeln lässt, dann wird jeder (alternative) Musikfreund seine Nische auf diesem großartigen Machwerk finden.

www.themarsvolta.de
www.universal-rock.de


André Bromberger
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