Gehört und Gesehen - Lightness

08.12.2006Lightness

Lightness

Lightness

Eigenproduktion (2004)

In ihrem Bandinfo weisen Lightness darauf hin, dass sich ihre Musik nur schwer in eine „bestimmte musikalische Schublade“ einordnen lässt, „da die Band mit den verschiedensten Stilelementen spielt und diese gerne mischt.“

Damit hat das aus NRW stammende und derzeit teilweise in Hannover angesiedelte Quintett völlig Recht. Denn die elf Songs ihrer zweiten, schlicht selbstbetitelten CD sind tatsächlich nur schwerlich einem bestimmten Genre zuzuordnen. Zu unterschiedlich sind die Ingredienzien ihres Klangcocktails. Einflüsse aus dem Psychedelic- oder Progressive-Metier sind genauso erkennbar wie Inspirationsquellen aus Heavy, Funk oder Pop.

Herzstück des Albums ist das gut 20minütige, aus fünf Abschnitten bestehende „At Sea“ - ein in der Konzeptalbum-Tradition der 70er-Jahre gehaltenes Werk, bei dem schwelgerisch-opulente Synthesizerklänge auf sphärisch-rockende Gitarren treffen; untermalt von vereinzelten Streichersequenzen und einem sparsam, aber effektreich inszenierten Rhythmusteppich. Unweigerlich muss man dabei an Eloy denken - zumal die in „At Sea (Part IV)“ zu hörenden, englischsprachigen Vocals von Sänger Karsten Blank ähnlich wie bei denen der hannoverschen Krautrocklegende ein wenig vom typisch deutschen Akzent gezeichnet sind. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn: Schließlich hatten bzw. haben selbst die Frontleute der beiden international wohl erfolgreichsten deutschen Bands, Scorpions und Kraftwerk, ähnliche Probleme.

Die restlichen sechs Tracks erweisen sich als ein erstaunlich stilsicherer Potpourri verschiedenartigster Musikstile: Besonders hervorzuheben sind dabei das Singer/Songwriter-Pop orientierte „No!“ und das leger-funkige „Lanes“ - bei dem sich dann auch urplötzlich und schlussendlich der teutonisch anmutende Akzent im Gesang verflüchtigt.

Fazit: Lightness haben mit ihrer gleichnamigen CD das Rad zwar nicht neu erfunden, aber ein bemerkenswertes Kompendium zeitgenössischer Rock- und Popmusik veröffentlicht – getreu dem Motto: Vielfalt statt Einfalt.

www.lightness.info


Peter Garvens
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