Gehört und Gesehen - Whatever they say

08.12.2006The Jinxs

The Jinxs

Whatever they say

- (1997)

Nein, die Jinxs sind nicht ins ernste Fach abgewandert, wie man an der Orchesterprobe der ersten Sekunden ihrer neuen CD „Whatever they say“ vermuten könnte.

Ganz im Gegenteil, die vierzehn Songs des Wedemarker Quintetts entspringen einer urgewaltigen Kraft, die die Gründerväter der populären Musik einst als „Rock ‘n’ Roll“ bezeichneten. Die Jinxs zu kategorisieren, heißt die aktuellen Musiktrends zu sezieren. Von allen und allem gerade soviel zu kopieren, daß es nicht auffällt oder unangenehm erscheint, ist die Devise des Albums, trotz des omnipräsenten typischen Jinxssounds. „Whatever they say“ ist eine Reflektion des musikalischen Umfeldes der „privaten“ Jinxs.

Die alten Fans werden juchzen bei Songs wie „Spread your wings“ und „Angry“, doch letzlich ist die CD adressiert an die vielen, die noch nichts oder wenig von Torsten, Kulle, Crischi, Basse und Tommy gehört haben. Wenn Sänger Torsten Schacht im Interview sagt, daß die Jinxs anno 1997 mit den Anfängen der Band wenig zu tun haben, trifft es den Kern. Die Entwicklung war jedoch eher zwangsläufig, denn nicht nur die Musiker haben sich weiterentwickelt, auch ihre Musik schien zu stagnieren. Stillstand ist Rückschritt – insofern ist „Whatever they say“ mit seinen rockigen Harmonien, transparenten Arrangements und den anspruchsvollen Vocalparts ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Wandlung mußte sich vollziehen. Nach zwei Alben und vier Jahren auf der Ochsentour schienen sich erste Abnutzungserscheinungen bei Fans und Musikern anzudeuten. Der Wechsel des Bassisten (Sebastian Bartels für Frank Uttke) war ein Indiz dafür – Der große Wendepunkt in der Karriere der Jinxs.

Unter diesem Aspekt schlagen die Fünf mit ihrer neuen CD gekonnt eine Brücke von ihren traditionellen Standards zu neuen musikalischen Ufern. Sie sichern ihr Terrain und rollen den Teppich aus für eine neue Klientel.

Die Metamorphose von der Folkband zur folkbeeinflußten Rockband hat begonnen und ist irreversibel. Bei „Generation“, „Never let me down“ und „Stars“ werden wahrscheinlich sogar alte Fury-Fans schwach und wechseln das Lager.

Eine starke Produktion mit viel Potential.


Billy Shears
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