Gehört und Gesehen - Feel Euphoria

08.12.2006Spock´s Beard

Spock´s Beard

Feel Euphoria

Inside Out / SPV (2003)

“Wir wollten einfach eine gute Rockplatte machen", sagt Nick D`Virgilio, Drummer von Spock´s Beard über die neue CD "Feel Euphoria".

D`Virgilio hat bei Amerika´s führender Progressive Rockband nun auch die Position des Leadsängers übernommen, nachdem Neal Morse, der Kopf und das Aushängeschild der Band, im letzten Jahr meinte, seinen christlichen Glauben intensiver ausüben zu wollen und Spock´s Beard überraschend von einem auf den anderen Tag verließ.

Eine gute Rockplatte ist "Feel Euphoria" aber tatsächlich auch ohne Neal Morse geworden. Gleich der Opener "Onomatopoeia" beginnt mit einem dicken Riff, der Refrain kommt schon nach 40 Sekunden und kurze Zeit später folgt schon ein balladeskes Break.

"The bottom line" besticht durch seine schönen, zurückgenommenen Parts, einige der Keyboardsounds erinnern den Reszensenten dabei an Pink Floyd anno 1975. Es folgen mit dem experimentellen Titeltrack und dem äußerst radiotauglichen "Shining star" zwei weitere interessante Songs.

"East of Eden, West of Memphis" kommt mit lässigem Gesang daher, vom Mittelteil bis kurz vor Schluss wird dann ausgiebig nach allen Regeln der Kunst geproggt!

Ein stimmiges Klavierintro hat dann "Ghost of Autumn" zu bieten; dieser Song klingt traurig und ist schleppend. Ganz im Gegensatz zum Longsong "A guy named Sid". Wer auch immer dieser Sid sein mag, Spock´s Beard widmeten ihm sechs Teile unter anderem Stadionrockiges mit "Same old story", Dramatik bei "Judge" und das wundeschöne a-cappella-Stück "Boys Choir". (...)"the flesh upon my skin began to crawl"(...) singen sie da, also, dem Verfasser dieser Zeilen stehen da eher die Haare auf der Haut zu Berge. Abschließend gibt es noch das aufmunternde "Carry on".

Ob sich der Weggang von Neal Morse für Spock´s Beard nachteilig ausgewirkt hat, kann nach dem Höreindruck des neuen Albums durchaus bezweifelt werden, denn: "Feel Euphoria" könnte gerade auch für Leute interessant sein, die mit Spock´s Beard bislang nix am Hut hatten, zum anderen stellt die Band auch mit diesem Album eindrucksvoll unter Beweis, dass sie nach wie vor qualitativ in der ersten Liga spielt.

www.spocksbeard.com


André Bromberger
()

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Spock´s Beard - Snow Live (2017)
Spock´s Beard - Spock´s Beard (2006)
Spock´s Beard - Gluttons For Punishment - Live in ´05 (2005)
Spock´s Beard - Octane (2005)
Spock´s Beard - Snow (2002)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite