Gehört und Gesehen - Die Rückkehr der geilen Engel

08.12.2006Ötteband

Ötteband

Die Rückkehr der geilen Engel

Coma Media (2002)

Bei der Ötteband handelt es sich um eine aus dem Raum Düsseldorf/Neuss stammende Deutsch-Rock-Cover/Party-Band, die mit dem vorliegenden Album eine Platte mit Eigenkompositionen aufgelegt hat.

Viel gibt es eigentlich zu den Songs und dem Album aus künstlerischer Sicht nicht zu vermelden. Von einer Partyband, die es gewohnt ist, auf größeren Schützen-und Stadtfesten, Eishockey-und Fußballer-Aufstiegsfêten sowie Firmenevents zu spielen, kann man eigentlich nur eins erwarten: Stimmungsmusik für eine möglichst breite Masse zu liefern.

Das darf vom Songwriting nicht zu anspruchsvoll sein und wenn im Umfeld von Tanz-/Cover-und Partybands von „Rock“ gesprochen wird, dann nur insofern, dass die verzerrten Gitarren soundtechnisch nicht weiter weh tun dürfen. Und außerdem wichtig: Der Konsument sollte bei allem was musikalisch passiert immer irgendwie mitwippen können oder alternativ bei Balladen ein Feuerzeug zur Hand haben und dieses tunlichst auch benutzen.

Hier soll Musik nicht dreckig, emotional aus dem Bauch kommen und die Menschen berühren, hier hat die Musik ausschließlich kalkuliert funktionellen Charakter. Sie soll leicht zu konsumieren sein und die Möglichkeit zum Mitsingen-und evtl. auch grölen bieten. Man kann sich bei der Ötteband auch gut vorstellen, dass sie ihren Job mehr als gut erfüllt und das ist eine Leistung, die es erstmal zu schaffen gilt. Die Mainstream-Spaßgesellschaft will befriedigt werden. Das Bier soll laufen und die (Band-)kasse muss stimmen.

Was die künstlerische Identität respektive Profil betrifft, darf man indes keine zu großen Hoffnungen hegen. Auch nicht bei den vorliegenden Eigenkompositionen der Ötteband. Deutschsprachiger Pop-Rock im Fahrwasser von 80er-Bands wie UKW oder Geier Sturzflug mit einem Schlag Illegal 2001. Ein wenig altbacken, schlicht, leichte Kost, aber wer´s mag – bitte, warum nicht.

Der gestellten Aufgabe, als (Unterhaltungs-) Musiker und Band einen guten Job zu machen eine gute „Rockmucke“ abzuliefern, wird die Ötteband in vollem Umfang und in professioneller Art und Weise gerecht – und das ist ja auch ansich nichts Ehrenrühriges.

Unterhaltungs-Job kontra Musik als kreativer Kunstform – zwei Eckpunkte an denen sich Cover-/Partybands von produzierenden Künstlern unterscheiden und die Geschmäcker eben auch polarisieren. Wer Massenveranstaltungen liebt, es vorzieht, mit seiner Clique feucht-fröhlich einen draufzumachen, der könnte mit Titeln wie „Geile Engel“ oder „Eimersaufen“ bestimmt den idealen Soundtrack für seine Party finden.

www.oette.net


Andreas Haug
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