Gehört und Gesehen - Roses And Rust

25.01.2021It´s M.E.

It´s M.E.

Roses And Rust

Eigenvertrieb (2021, CD)

Die hannoversche Band It´s M.E. , um Sängerin Martina Maschke und Pianist/Organist und Komponist Ecki Hüdepohl, hat pünktlich zum 30-jährigen Bestehen ihr neues Album „Roses And Rust“ in den Startlöchern. Darauf wirken einige langjährige und namhafte Wegbegleiter aus der hiesigen Musikszene mit. Das sind die Gitarristen Pit Schwaar, Jan Mohr und Mark Eichenseher, die sich auf einigen Songs die Arbeit teilen. Am Schlagzeug sitzt Alex Holtzmeyer, der ohnehin zum Stamm von It´s M.E. gehört, wenn Auftritte in Trio-oder kompletter Bandbesetzung gespielt werden. Die 13 Songs zwischen Blues, Soul, Pop und teils leicht jazzigen Anklängen offenbaren, dass It´s M.E. weiterhin sehr kreativ sind und auf künstlerisch sehr hohem Niveau komponieren, spielen und singen.

Die Kompositionen auf „Roses And Rust“ sind hörbar von Pop- und Soul-Musik im US-amerikanischen Stil der 1970er Jahre beeinflusst. Auch die bluesigen Stücke sind von Traditionen jenseits des großen Teiches geprägt. Insgesamt bieten It´s M.E. mit ihren Jubiläumsalbum viel Abwechslung.

Zwölf ganz neue Stücke und eine Neuversion das Songs „Some More Colour“, das bereits auf dem 2016er-Album „Roadmovie“ vertreten war, bilden den Rahmen eines Albums, dessen Musik vor Atmosphäre und Gefühl nur so strotzt. „Roses And Rust“ handele von Vergänglichkeit und Neuanfang, Schönheit und Alter, Freud und Leid, informiert die Medieninformation und während man den Stücken lauscht, kann das die eigene Phantasie massiv beflügeln.

Man ist raus aus dem Alltag, ist in seinem eigenen oder fremden Film. Apropos Film: Bei Songs wie „My Father´s Home“ kann man sich gut Szenen aus US-Kinoproduktionen vorstellen. Mit all der dort üblichen Dramaturgie, dem Gefühl und schließlich auch den großen Glücksmomenten. It´s M.E. sind dann auch am stärksten, wenn sie ihre anspruchsvoll herausragend komponierten Balladen voller Leidenschaft ausbreiten.

Gut zum Runterkommen und Seele baumeln lassen ist der Song „Finally Driving Home Tonight“, den man sich schon vor Jahrzehnten gut bei einer nächtlichen Autobahnfahrt als Begleiter hätten wünschen können, als damals das gemeinschaftliche ARD-Nachtprogramm Musikschätze auflegte, das am Tag kaum Platz gefunden hätte.

Zwischendurch gibt es auf „Roses And Rust“ immer mal Auflockerungen im mittleren Tempo, ob als Blues oder Jazz-Pop. Die Band zeigt auf diesem Album ihre große Bandbreite und Vielseitigkeit. Beinahe auf die Spitze in Sachen Abwechslung treibt man es dann mit dem von klassischem Hardrock durchzogenen „Everything You Need“, wo die –wenn auch dezent gehaltene- Rock-Orgel zum Einsatz kommt.

Der Wechsel zwischen Tiefe und zuweilen fröhlich-bunter Leichtigkeit kann durchaus eine Herausforderung für den Hörer oder die Hörerin bedeuten, sofern man das Album in einem Durchgang laufen lässt. Gerade noch träumte man in weichen, warmen Federn, da reißt jemand das Fenster auf, lässt die Sonne herein und ruft zum Frühsport an der frischen Luft auf. Manche mögen das, andere wären lieber liegen geblieben.

„Roses And Rust“ ist direkt per E-Mail-Bestellung bei It´s M.E. erhältlich. Als allgemeiner Veröffentlichungstermin ist der 1. Februar angegeben. Mehr Infos gibt es auf der Bandwebsite.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.itsme-music.de

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