Gehört und Gesehen - Kindred Spirits

30.11.2020Larkin Poe

Larkin Poe

Kindred Spirits

Tricki-Woo Records (2020, CD, LP, digital)

Larkin Poe sind die beiden Schwestern Rebecca und Megan Lovell, die schon fast ihr ganzes Leben lang zusammen Musik gemacht haben. Als Duo sind sie seit 2010 unterwegs und haben bis heute fünf Studioalben auf den Markt gebracht. Im Juni dieses Jahr veröffentlichten sie ihr Album „Self Made Man“, das es bis an die Spitze der „US Top Blues Albums“, der „UK Americana Albums“ sowie der „UK Independent Albums“ Charts schaffte. Und auch in Deutschland konnten sie mit dem 79. Platz zum ersten Mal in die hiesige Hitliste einsteigen. Nun haben Larkin Poe mit „Kindred Spirits“ bereits ein weiteres Album vorgelegt. Es ist das erste Cover-Album ihrer Karriere.

Auch wenn „Kindred Spirits“ das erste Cover-Album von Larkin Poe ist, gehören Neuinterpretationen von Songs anderer Musiker schon länger zu ihrem Repertoire. Bereits 2015 startete das Duo auf ihrem YouTube Kanal eine Serie mit der sie ihre musikalischen Vorbilder ehren wollten. Die Coverversionen kamen bei den Fans so gut an, dass diese immer wieder nachfragten, ob sie nicht einmal diesen oder jenen Song cover könnten. Und auch die Frage, wo man diese Songs kaufen kann, kam auf. Also entschlossen sich Larkin Poe dazu mit „Kindred Spirits“ dem Wunsch der Fans nachzukommen.

Auf dem Album sind insgesamt elf Songs gelandet, die eine große Bandbreite zeigen. Dies sieht man am besten im Vergleich der beiden Titel „Take What You Want“ von Post Malone, der im Jahr 2019 veröffentlicht wurde, und „Hellhound On My Trail“ von Robert Johnson aus dem Jahr 1937. Die restlichen Songs liegen zeitlich und auch musikalisch irgendwo dazwischen.

Die Platte fängt dann auch sofort mit „Hellhound On My Trail“ an. Der Titel ist nur vierundvierzig Sekunden lang und ist ziemlich stark an das Original angelehnt. Der nächste Song „Fly Away“, im Original von Lenny Kravitz, ist hingegen sehr stark verändert. Die Rocknummer wird von den beiden Schwestern zu einem Country-Blues Song, der mich nicht ganz so überzeugt. Meiner Meinung nach werden dem Song die Aufbruchsstimmung und die Energie weggenommen, die das Original hat.

Dies ist aber der einzige Titel, der irgendwie nicht so zum Album passt. Alle anderen Songs sind stimmig und können überzeugen. Zu den Highlights gehört auf jeden Fall „(You’re The) Devil In Disguise“. Auch wenn man den Titel schon sehr oft gehört hat, schaffen Larkin Poe es ihm eine neue musikalische Ebene zu verleihen. Indem sie die Gesangsmelodie ein bisschen abändern und auch die Gitarre komplett neu arrangieren, wirkt der Song bedrohlicher als das Original.

Ein weiterer Song, der voll und ganz überzeugen kann, ist „In The Air Tonight“. Denn trotz der Veränderungen, die nicht ganz so stark ausfallen wie bei „(You’re The) Devil In Disguise“, bewahren Larkin Poe den Charakter des Songs und schaffen es gleichzeitig Neues zu kreieren. Bei „Nights In White Satin“ ist ihnen dies auch perfekt gelungen. Der Song bekam auch schon vor der Veröffentlichung der CD viel Zuspruch von den Fans.

Insgesamt ist es Larkin Poe gelungen ein solides Cover-Album abzuliefern, das eine gute Balance zwischen Veränderungen und dem Bewahren des originalen Charakters findet. Die einzige Ausnahme bleibt Lenny Kravitz` „Fly Away“.


Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.larkinpoe.com
www.facebook.com/larkinpoe

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Larkin Poe - Spring (2010)
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