Gehört und Gesehen - Citizens Of Boomtown

05.06.2020The Boomtown Rats

The Boomtown Rats

Citizens Of Boomtown

BMG (2020, CD)

Es dürfte kaum jemanden geben, der sich für Pop-und Rockmusik interessiert, der nicht den Super-Hit „I Don´t Like Mondays“ von The Boomtown Rats kennt. 1979 erschien dieser Song und war genauso ein Nummer-eins-Charterfolg wie „Rat Trap“ aus dem Jahr zuvor. Mit Sir Bob Geldof hat die Band einen berühmten Sänger und Frontmann, der unter anderem durch sein „Live-Aid“-Engagement weltbekannt wurde. Nachdem sich The Boomtown Rats 1986 aufgelöst hatten, sind sie seit 2013 wieder aktiv. Mitte März legte die Band mit „Citizens Of Boomtown“ ein Album mit einem gewissen Retro-Charme vor.

Wie klingen The Boomtown Rats anno 2020? Ziemlich ähnlich wie in den Siebzigern und Achtzigern. Das zeigt das aktuelle Album, auf dem die Band um Bob Geldof, Simon Crowe, Pete Briquette und Gary Roberts mit überwiegend rauem, handgemachten Rock´n´Roll, Post-Punk und New Wave unterwegs ist. Dazu gibt es Einflüsse aus 70s-Glamrock, Folk und sogar auch eine Prise Elektro-Pop.

Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise, wenn man die ersten Songs des Albums hört. Rohe Gitarrenriffs, Bass und Schlagzeug dominieren den Sound, obendrüber Bob Geldofs markante Stimme. The Boomtown Rats wirken frisch, ausgeschlafen und motiviert. Zu Beginn schimmert immer wieder ein gewisser Glam-Rock-Spirit durch und man fühlt sich im Ansatz an Alben wie „Ziggy Stardust“ von David Bowie erinnert.

Doch die riff-rockige-Seite ist nur eine der Band. „Here´s A Postcard“ und „K.I.S.S.” sind eindeutig von lockerem und fröhlichem Country-Folk geprägt. Speziell „K.I.S.S.“ ist eine Art Gute-Laune-Party-Kracher. Macht ungeheuer Spaß und beflügelt zum Feiern.

Als mittelschweren Hänger kann man „Rock´n´Roll Yé Yé“ einordnen, der eher müde und eine Spur abgehalftert wirkt. Fast so, als würde die Band eine Persiflage auf Rock´n´Roll-Riff-Klischees vom Zaun brechen wollen. Zum Abschluss des Albums überraschen Geldof & Co. mit dem als rauem Elektro-Pop-Track in Szene gesetzten „The Boomtown Rats“.

Ein Album mit einigen sehr starken, überwiegend guten und wenigen eher blassen Momenten.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.boomtownrats.co.uk
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