Gehört und Gesehen - Into The Wild

02.03.2020Nikki Puppet

Nikki Puppet

Into The Wild

7hard (2020, CD)

Immer weiter am Ball und das mit Herz und Leidenschaft: Die hannoversche Rockband hat fast 15 Jahre nach ihrem Debüt „Puppet On A String” ihr neues Album „Into The Wild” auf dem Markt. Damit geht es im April auf Tour mit Anvil durch Italien und Spanien. Schöne Aussichten, möchte man meinen. Musikalisch wurden Nikki Puppet bislang vorwiegend im Hard´n´Heavy Rock oder teils schon mal ein bisschen im Metal verortet, „Into The Wild“ zeigt dagegen, dass man das so in dieser Konsequenz nicht unterschreiben kann. Im Spannungsfeld zwischen gitarrenbasiertem Rock und Pop mit leichten Alternative- und zeitweise sogar Indie/New-Wave-Einflüssen hat sich die Band ihre eigene Nische geschaffen.

Elf Songs haben Nikki Puppet auf ihrem neuen Album verewigt und diese Songs zeigen, wie facettenreich die Band härten Rock und Pop kreiert und präsentiert. Einerseits traditionell, anderseits auch mit einem gewissen modernen Twist. Kernige Gitarrenriffs, Soundwände und famose Soli, abwechslungsreiche und auch eingängige Gesangsmelodien auf Basis von geradlinigem Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug ziehen sich durch das gesamte Album. Besonders Fans von leidenschaftlicher bis feuriger Rock-Gitarrenarbeit sollten hier auf ihre Kosten kommen.

Produziert wurde das Album ähnlich geradeaus und schnörkellos, wie man sich die Band auch live auf der Bühne vorstellen kann. Das fühlt sich einerseits nach bodenständigem Rock´n´Roll an, anderseits hätten manche Songs in puncto Arrangement, Instrumentierung, Dynamik und dem Einsatz von ausgesuchten Effekten durchaus noch mehr glänzen können. Hie und da hätten womöglich auch mal ein Piano oder andere Keyboards gut gepasst, stattdessen tritt man gern mal –wie im Titeltrack- das Fundament aus Bass-Grundtönen und ultraverzerrter Gitarre doppelt fest und breit.

Es ist Geschmackssache, wie man Musik gern in Szene setzt und was sich für den Hörer und die Hörerin individuell gut anhört, Nikki Puppet hatten offensichtlich den Plan, die Songs in recht roher oder –anders ausgedrückt- einer Art schlichten Schönheit auf Platte zu bringen. Das Ergebnis ist durchaus schmackhaft, macht warm, macht satt. Am besten mal reinhören und eine eigene Meinung bilden.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.nikkipuppet.de
www.facebook.com/nikkipuppet

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