Gehört und Gesehen - Musik zum Kopfschütteln

16.12.2019Excrementory Grindfuckers

Excrementory Grindfuckers

Musik zum Kopfschütteln

Eigenproduktion (2019, CD)

Die sympathisch- verrückten, hyper-kreativen Excrementory Grindfuckers legen mit „Musik zum Kopfschütteln“ ihr mittlerweile siebtes Album vor. Entstanden in Eigenproduktion. Der Titel strotzt ebenso vor schlüssiger Doppeldeutigkeit, wie die 16 Tracks vor Genialität und Wahnsinn. So kennt man das zwar schon seit langem von der hannoverschen Band, deren Basis irgendwo bei Metal und Grindcore liegt, die Erfahrung ist aber bei jeder Platte ein wenig anders. So auch bei dieser.

Dieses Mal haben sich die Excrementory Grindfuckers durchaus mehr Zeit für ihre einzelnen Songs und der Vermittlung der jeweiligen Botschaften genommen. Bestand in früheren Jahren ein Album schon mal aus weit mehr als 30 Tracks, deren Spielzeit teilweise nur wenige Sekunden betrug, kann man bei den Titeln auf „Musik zum Kopfschütteln“ schon von „richtigen“ Songs über zwei, drei oder sogar mehr Minuten Laufzeit sprechen.

Ihre angenehm progressiv-durchgeknallte Art hat sich die Band bewahrt, spielt sich auf dem Album durch ungeahnt viele Genres und zersägt schließlich nahezu alles irgendwann und meist unvermittelt mit brachialen Metal-Gitarren und drückenden Sounds von Bass und Schlagzeug.

Orgel und Vocoder kommen stellenweise ebenfalls zum Einsatz, wenn man sich verrückt-verspielt von Schlager, Bossa Nova, Folklore, über Rap mit elektronischen Beats, Disco-Funk, Dance-Pop bis hin zu Punk-Rock-Metal-Hymnen und Psychobilly bewegt. Das alles bekommt früher oder später eine derbe Metal-Keule übergebraten oder ist sowieso schon dick-metallisch grundiert. Auch Themen rund um Sex, Alkohol und unter anderem damit verbundene Gedanken und Verhaltensauffälligkeiten gehören zu den Bestandteilen einiger Texte.

„Musik zum Kopfschütteln“ ist wie Loopings in einer phänomenal fiktiven Geisterbahn zu drehen in der –wenn sich die wilde Fahrt kurz zu beruhigen scheint- an jeder zweiten Ecke die Erschrecker hervorspringen und den völlig perplexen Unterhaltungssüchtigen auf der Suche nach dem definitiven Kick zeigen, dass all das Wirklichkeit werden kann, womit man niemals im Leben gerechnet hätte.

Erneut ein starkes Album, an das sich Neulinge zunächst behutsam heranwagen sollten.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.excrementory.de

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