Gehört und Gesehen - Wooden Chandelier

23.10.2019Kuersche

Kuersche

Wooden Chandelier

Nothing To Loose Records/Distrokid (2019, CD)

Was macht man als ein seit rund 25 Jahren etablierter Solo-Künstler, den ein größeres Publikum eng mit den 1990er Jahren und dem damaligen Gitarren-Pop-Rock-Sound in Verbindung bringt, im Jahr 2019? Das mag sich Kuersche aus Hannover gefragt haben. Er lässt sich mal etwas Neues einfallen, häutet sich wie eine Schlange, relaunched sich, spielt mit jüngeren Musikern zusammen und lässt sich erst mal sieben Jahren Zeit für ein neues Album. Das alles hat Kuersche und seiner Musik hörbar gut getan, wie sein neuestes Werk „Wooden Chandelier“ aufzeigt.

Die eigenen musikalischen Wurzeln nicht verleugnen, auf die Fähigkeit vertrauen, schlüssige, kompakte und melodische Songs schreiben zu können und das Ganze in moderner, zeitgemäßer Art zu arrangieren und dem interessierten Publikum zu präsentieren. So wirkt Kuersche mit seinem aktuellen Album „Wooden Chandelier“.

Bereits vor einiger Zeit hatte sich der hannoversche Indie-Brit-Pop-Rock-Musiker mit den Brüdern Jan und Lars Neumann an Bass und Schlagzeug zusammengetan und neue Songs erarbeitet. Die acht Tracks auf „Wooden Chandelier“ klingen ausgeschlafen, inspiriert, knackig-frisch und würzig. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass sich darunter eine spezielle, balladeske Interpretation des The-Police-Klassikers „Roxanne“ befindet.

Als sehr britisch und „back to the roots“ wurde das Album im Vorfeld angekündigt und das trifft den berühmten Nagel auf den Kopf. „Back to the roots“ heißt in diesem Fall rau, roh und leidenschaftlich nach vorn. Crunchige Gitarre, tanzbarer Groove, aufgeräumte, auf das Wesentliche reduzierte Instrumentierung. So eine Dreier-Besetzung kann so viel bewirken und Songs, wie sie Kuersche komponiert und spielt, ordentlich Kick geben. Das passt in dieser Konstellation hervorragend.

Bass, Gitarre, Schlagzeug und vorn der Gesang, dazu hie und da dezent und geschmacklich fein abgestimmt elektronische Zutaten und Effekte zum Aufhübschen und eben nicht zum Aufblasen oder Verzuckern. Kuersche hat mit seiner Band und Produzent Hans Martin Buff, der den Mix übernommen hat, seine Musik und Songs sehr ansprechend und unverkrampft in Szene gesetzt. Aufgeräumt, transparent und mit einer imaginären „Wir-haben-was-Neues-und-so-richtig-Bock-drauf“-Botschaft.

Das Album läuft locker, leicht und rund. Es versprüht Gute Laune und wirkt wie ein Herzliches Willkommen an einen schönen Frühlings-oder Sommertag an dem man raus will und neugierig mit vollem Tatendrang etwas Tolles entdecken und erleben will. Kuersche ist dabei das Gegenteil von alt.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.kuersche.de

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