Gehört und Gesehen - Hier und heute nicht

14.09.2019Montreal

Montreal

Hier und heute nicht

AMIGO Records (2019, CD, LP, Digital)

Die Band Montreal ist seit Ende 2003 auf den Bühnen unterwegs und mit ihrer Mischung aus Punkrock und deutschen Texten nicht nur hierzulande bekannt. So konnte das Trio, bestehend aus Hirsch (Gesang & Bass), Yonas (Gesang & Gitarre) und Max Power (Schlagzeug), ihre Musik dem Publikum bereits in 18 verschiedenen Länder präsentieren. Als Support-Act der Bloodhound Gang reisten sie unter anderem durch Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Italien und Polen. Jetzt haben Montreal ihr siebtes Studioalbum „Hier und heute nicht“ vorgelegt.

Bei ihrem siebten Studioalbum „Hier und heute nicht“ ist dem Hamburger Trio etwas gelungen wovon viele Bands träumen. Die Songs gingen ihnen so locker von der Hand, dass sie nur wenig Zeit benötigten, wie man in der offiziellen Pressemitteilung lesen kann: „In einem gemeinsamen Kurzurlaub entstehen die ersten sieben der insgesamt zwölf Lieder, der Rest schreibt sich kurz darauf im Proberaum quasi von selbst“, erklären sie ihre Arbeit am Album.

Ein Grund dafür könnte auch ein Erlebnis im November 2018 gewesen sein. Als die drei Bandkollegen in einem Straßencafé in Amsterdam saßen fiel, durch den Wind, plötzlich ein Blumenkübel aus Terracotta von einem Fensterbrett im dritten Stock. Er riss ein Loch in die Markise und schlug nur knapp neben ihrem Bassisten und Sänger Hirsch ein.

Diese Erfahrung verarbeiten Montreal im Titelsong „Hier und heute nicht“ auf eine demütige, aber auch erleichterte Art, wie man aus der Textzeile: „Die letzte Runde sie geht sicher irgendwann an dich, die gute Nachricht lautet aber: Hier und heute nicht“, schließen kann. Musikalisch ist der, mit etwas mehr als zweieinhalb Minuten, kurze Song ein typischer Punkrock Titel.

Der Opener des Albums ist allerdings „Dreieck und Auge. Dieser war auch die erste Singleauskopplung von „Hier und heute nicht“ und steht laut der Band „exemplarisch für das neue Album“, das „hypermelodisch, auf den Punkt, nie 100% ernst gemeint, aber auch nie albern“ sein soll.

Im Laufe des Albums bestätigt sich dieser Eindruck, meiner Meinung nach. Alle Songs haben eingängige Melodien und werden durch ihre Texte zu einer Einheit, der man gerne zuhört. Ein Highlight ist hierbei auch der Song „Schlechter bester Freund“. In dem witzig-ironischen Text sagt der Erzähler Dinge, die man als Freund wirklich nicht hören will, wie zum Beispiel: „Mit dir ist lang schon nichts mehr los. Daran ändert sich auch nichts. Von hier an geht es immer nur bergab“.

Ein weiterer Song, der auf jeden Fall noch erwähnt werden muss, ist „15 Jahre für die Punchline“. Mit diesem Titel feiern sich Montreal sich selbst. Augenzwinkernd singen sie über ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum und werden dabei von prominenten Gastsängern unterstützt. Wenn man genau hinhört kann man zum Beispiel Sebastian Madsen, Ingo Donot und Farin Urlaub unter den Gratulanten finden.

Generell bewegen sich alle Songs in dem typischen Punkrock Rahmen. Dies muss aber keineswegs kritisch gesehen werden. Durch die Texte und die eingängigen Melodie ist das Album rundum gelungen und für Fans von deutschem Punkrock genau die richtige Platte.


Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.montrealmusic.de
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