Gehört und Gesehen - War For All And All For Won

23.05.2019Magistarium

Magistarium

War For All And All For Won

Eigenvertrieb (2019, 2CD)

Die hannoversche Power-Metal-Band Magistarium macht mit ihrem neuen Album „War For All And All For On“ ähnlich eindrucksvoll dort weiter, wo sie mit dem Vorgänger „5´55 Till The End Of Days“ aufgehört hatte. Auch die neue Veröffentlichung kommt wieder als Doppel-Album respektive Doppel-CD auf den Markt: CD1 mit den elf Songs in englischer Sprache, CD2 mit den Titel in Russisch. Es gibt viel zu hören auf dieser Platte, die Band und ihre Gastmusiker und Gastmusikerinnen haben an musikalischen Reizen und teilweise Extravganzen nicht gespart und dreht ein altes Motto ins Gegenteil um: „Mehr ist mehr“, muss es bei Magistarium heißen.

„War For All And All For Won“ ist ein absolut hannoversches Produkt, produziert, aufgenommen und gemischt im von Sänger Oleg Rudych zu seiner Musikschule gehörenden Musikmaster Studio am Rande von Hannovers Altstadt. Florentin Adolf. Unter den Gastmusikern ist auch der vorwiegend von Accept und Victory bekannte Gitarrist Herman Frank mit einem Beitrag vertreten.

Wie im Genre Power-Metal üblich, sind die Songs wuchtig und kraftvoll in Szene gesetzt, hier und da reizt die Band die Grenzen nach oben hin aus. Mächtige Chöre, Keyboards und satte Gitarren über einem fettem Bass-und Schlagzeug-Fundament. Double-Bass-Drum – na, klar, muss hier natürlich auch und kommt ebenfalls großzügig.

Das Album wirkt nahezu wie eine Metal-Oper mit viel Dramatik oder wie ein Soundtrack zu einem Fantasy-Thriller – starke Emotionen und Drama an allen Ecken und Enden mit nicht wenig Bombast. Stilistisch sind die Songs trotz aller Härte und Opulenz fein abgeschmeckt. Da findet man Elemente in den Kompositionen, Instrumentierungen und Arrangements, die auch Hörern von Gothic-und Mittelalter-Metal gefallen dürften.

Wer Magistarium schon länger kennt, weiß, dass die Musiker sowohl hervorragende Könner an ihren Instrumenten sind, dabei aber auch eine starke künstlerische Ausdruckkraft besitzen. Mit konsequenter, oft wilder Entschlossenheit bringt die Band ihre Musik mit äußerster Leidenschaft auf dieses Album. Immer 100 Prozent, immer voll aufgedreht und nach vorn und manchmal auch mit einem beinahe schwindelerregenden Tempo. Gleich die ersten Songs auf dem Album „Rising From The Ashes“, „One Against The World“ und „The Game Of Life“ bieten einen durchaus repräsentativen Querschnitt davon, was einen auf „War For All And All For Won“ insgesamt erwartet.

Für den wenig geübten Hörer mögen diese Fülle von Eindrücken auf die Dauer anstrengend wirken, Gehör und Geist überfordern. Hier nochmal Chöre, dort nochmal Brett und dann wieder Double-Bassdrum. Wer eine Verschnaufpause benötigt und glaubt, es sei schon jeder Ton gesungen und gespielt, hat noch nicht einmal die Hälfte des Albums erreicht. So gesehen soll diese Rezension mit einem Tipp zum Konsum enden: Vor dem Hören dieses Magistarium-Albums sollte man am Tag wenig andere Musik und am besten kein anderes Symphonic-/Power-/Progressive-Metal-Album gehört haben.

Besser ausgeschlafen und nach einem gesunden Frühstück dieses Album anwerfen, sich anschnallen und dann munter und aufgeschlossen an diesem Höllenritt teilnehmen. Das kann dann sehr, sehr viel Spaß machen.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.magistarium.org
www.facebook.com/Magistarium

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Magistarium - 5´55´´ Till The End Of Days (2015)
Magistarium - Faith In Salvation (2009)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite