Gehört und Gesehen - Brot und Spiele – Klassik und Krawall

12.04.2019Saltatio Mortis

Saltatio Mortis

Brot und Spiele – Klassik und Krawall

Universal Music (2019, 2CD)

Mit ihrem letzten Studioalbum „Brot und Spiele“ aus 2018, haben Saltatio Mortis die Grundlage für ihren in den letzten Tagen veröffentlichten Nachfolger „Brot und Spiele - Klassik und Krawall“ geschaffen. Das aktuelle Werk präsentiert die Songs des letzten Albums in einem neuen Gewand. Dass dies keineswegs langweilig ist, zeigt die Mittelalter-/ Folk-Rockband um Frontmann Alea auf der hier vorliegenden Doppel-CD.

Das unlängst auf Universal Music erschienene Werk, startet mit der Klassik Hälfte des Albums. Hier wurde mit einem echten Orchester gearbeitet, laut eigenen Aussagen der Band ein lang gehegter Wunsch, den sich die Karlsruher hier erfüllt haben.

Bereits der Opener „Brunhild“ macht deutlich, dass hier besondere Anforderungen an das Songwriting gestellt wurden. Wo das Original in Gitarrenbrettern verpackt ist, besticht die Klassik-Version durch Streicher und Pauken. Trotz der scheinbar gegensätzlichen Instrumentierung, geht kein Stück der Intensität des Songs verloren. Im Gegenteil, das Orchester unterstreicht eher die Geschichte der Kriegerin Brunhild, die auf Burg Isenstein in ewigem Schlaf liegt.

Das Konzept zieht sich durch die ganze Platte. Ersetze punkrock-artige Gitarren durch Violinen, Bratschen und Cellos, knallende Drums durch Pauken und hebe mit der Orchestrierung den Songaufbau sowie die Bedeutung der Texte hervor - fertig ist ein Meisterwerk. Einfach nur schön.

Selbst der geneigte Metal- oder Punkrock-Hörer, der im normalen Leben womöglich nicht viel mit Klassik anfangen kann, wird hier beeindruckt sein. Der Gassenhauer „Sie tanzt allein“ wurde kurzerhand zu einer Piano-Ballade umfunktioniert und der Dudelsack in „Europa“ fühlt sich auch als Akustikgitarre mit Streichersatz ganz wohl. Die Aufbruchsstimmung in „Große Träume“ klingt in der Klassik-Version noch eindrucksvoller als im Original und man fühlt sich sofort wie auf einem großen Kahn, der Richtung unbekannte Welt aufbricht. Großes Kino, ein Blockbuster in akustischer Form.

Die zweite Hälfte der CD ist ein Konzertmitschnitt aus Oberhausen, der auf der „Brot und Spiele“ - Tour 2018 entstanden ist. Hier wird für jeden, der die Band noch nie live gesehen hat klar, dass das dringend nachgeholt werden sollte. Tolle Live-Atmosphäre, man hört das Publikum mitsingen. Alles klingt wie aus einem Guss und steht den Studioversionen in nichts nach.

Alles in allem ist „Klassik und Krawall“ ein sehr schönes Paket und nicht nur ein Nachfolger des vorigen Albums, sondern eine Erweiterung mit Mehrwert. Sowohl der Gitarrenverehrer, als auch der Klassikfan kommt hier voll auf seine Kosten. Ein großartiges Stück Musik, das die Band hier auf die Beine gestellt hat.


Heiko Mohr
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.saltatio-mortis.com
www.facebook.com/saltatiomortisofficial

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