Gehört und Gesehen - Wham! Bang! Pow! Let´s Rock Out!

11.01.2019Art Brut

Art Brut

Wham! Bang! Pow! Let´s Rock Out!

Alcopop! Records (2018, CD, LP, Digital)

Die britisch-deutsche Band Art Brut gab ihr Debüt im Jahr 2005. Seitdem haben sie vier Studioalben veröffentlicht. Ihr bisher letztes Album „Brilliant! Tragic!“ kam 2011 auf den Markt . Es dauerte also ganze sieben Jahre bis sie ihr neustes Werk „Wham! Bang! Pow! Let´s Rock Out!“ nachlegten.

Die Gründe für diese lange Auszeit sind vielfältig. So gab es zum Beispiel Wechsel in der Bandbesetzung. Neben den Gründungsmitgliedern Eddie Argos (Gesang), Ian Catskilkin (Gitarre) und Freddy Feedback (Bass) kamen Toby Macfarlaine (Gitarre) und Charlie Layton (Schlagzeug) neu dazu. Zudem hat ihr Sänger Eddie Argos einige Veränderungen erlebt, die teilweise auch zur Grundlage ihres neuen Albums wurden.

Schon der erste Track „Hooray!“ trägt klar autobiographische Züge. Der schnelle fröhliche Song geht gut nach vorne los und beschreibt zum einem die Rückkehr in die Musikbranche, aber auch den Schritt des Sängers zurück ins Leben. Nach seiner langen Krankheit, die ihm fast das Leben gekostet hätte, gibt Eddie Argos mit der Zeile „It´s not a game over, I got an extra life, I was born again, in a pure white light“ ein klares Statement ab.

Eine weitere Veränderung im Leben des Sänger war die Trennung von seiner Partnerin, die er im Song „I Hope You´re Very Happy Together“ humorvoll verarbeitet. Der rockige Song mit Brit-Pop Elementen und der Zeile „I hope you´re very happy together. And if you´re not, that´s even better“ bleibt sofort im Ohr. Ähnlich augenzwinkernd geht es auch im Song „Good Morning Berlin“ zu. Dort macht sich die Band über die Hipster ihrer momentanen Heimat lustig. So heißt es im Song: „Hipster with beards eating falafel. Wander these streets like herds of cattle“.

Der nächste Titel „She Kissed Me (And It Felt Like A Hit)“ ist der punkigste Song der Platte. Er beschreibt das Gefühl wie es ist, sich nach einer Trennung wieder zu verlieben. Musikalisch und vor allem textlich am interessanten ist jedoch „Hospital!“, in dem Eddie Argos die Zeit kurz nach seinem Krankenhausaufenthalt in den Fokus nimmt.

Der Brit-Popsong beschreibt wie der Sänger nach seiner Krankheit ohne Alkohol und Drogen wieder ins Leben starten will. Im Gedächtnis bleibt vor allem die Anspielung auf den Amy Winehouse Song „Rehab“, die er aber als „They tried to make me go to rehab and I said that´s probably a very good idea.“ ins Gegenteil verkehrt. Zum Schluss bleibt noch der Titeltrack „Wham! Bang! Pow! Let´s Rock Out!“ zu erwähnen. Er ist ein typischer Punksong, der die ausgelassene Party feiert.

Die zwölf Titel des Albums „Wham! Bang! Pow! Let´s Rock Out!“ bewegen sich musikalisch im Bereich des Indie-Rock, Punk und Brit-Pop. Hinzu kommt der Sänger Eddie Argos, der die Texte eher spricht als singt, was er auch im Song „Kultfigur“ selbst noch einmal zugibt.

Insgesamt liefern Art Brut ein durchwachsenes Album ab. Sowohl textlich, als auch musikalisch gibt es gute Songs wie „Hooray!“, „I Hope You´re Very Happy Together“ oder „Hospital!“ aber auch Titel wie „Schwarzfahrer“, „Too Clever“ und „Kultfigur“, die hinter den anderen Songs zurückfallen. Sie plätschern nur vor sich hin und machen den Eindruck als seien sind nur Füllmaterial um die Platte voll zu bekommen.


Stephan Meßmann
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
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