Gehört und Gesehen - Stadion

11.01.2019Grillmaster Flash

Grillmaster Flash

Stadion

Grand Hotel van Cleef (2019, CD)

Der Bremer Musiker Grillmaster Flash ist seit 2006 auf den Bühnen kleiner Clubs unterwegs. Sein erstes Studioalbum „Andere Leude My Ass“ stammt aus dem Jahr 2014. Vier Jahre später kam nun mit „Stadion“ seine zweite Platte in den Handel. Laut offizieller Pressemitteilung soll das Album des 1983 geborenen Künstlers musikalisch ins „Stadion streben“, obwohl er sich eher in „Jugendfreizeitheimen, Kulturzentren und kleinen Rockclubs“ heimisch fühlt. Ob dies wirklich so ist, können nur die elf Songs beantworten.

Das Album startet mit dem Lied „Bier und Action“. Der Alternativrocksong kommt mit wenig Text aus und dreht sich um das Bedürfnis, in manchen Situationen einfach ein Bier zu bauchen, um diese besser ertragen zu können.

In eine ähnliche Richtung geht auch „Hängen mit den Jungs“. Der 80er Jahre Rocksong, mit entsprechendem Gitarrensolo, feiert die kleinen Dinge des Lebens wie „Wochenende, Musik, Bier und Freundschaft“, die einen den Alltag vergessen lassen.

Anders geht es da schon im Song „Zsa Zsa Gabor“ zu. Das schnulzige Liebeslied bedient sich vieler Klischees und ist eher als Klamauk anzusehen. Musikalisch bewegt sich die Nummer mit seinen sanften Gitarren und einer Orgel, im Bereich der Rockballaden aus den 70ern.

Ein etwas ernsthafterer Song ist „Sottrum“, der einem kleinen Ort zwischen Hamburg und Bremen gewidmet ist. Die Ballade, die an Bruce Springsteen erinnert, glorifiziert „Sottrum“ und seine Menschen und kann als Sehnsuchtsort bezeichnet werden.

Das wohl seriöseste Lied der Platte ist aber „Jonny gib(t) nicht auf“. Es handelt vom Scheitern eines Musikers, der trotzdem nicht aufgibt und seinen Weg unbeirrt weitergeht. Ob das langsame Rocklied auch autobiographische Züge trägt, ist mir nicht bekannt.

Zu guter Letzt bleibt noch der Titeltrack „Stadion“. Der Song klingt, wie der Name schon suggeriert, nach Stadionrock aus den 80ern und erinnert irgendwie an AC/DC oder Guns N´ Roses.

Mit „Stadion“ hat Grillmaster Flash ein Album auf den Markt gebracht, das auch nach Stadion klingt. Er bedient sich beim amerikanischen Rock der 80er, beim frühen Alternativrock und ein wenig beim Pop. Rein musikalisch kann er damit überzeugen.

Textlich ist die Lage etwas anders. Grillmaster Flash bewegt sich mit seinen Texten immer auf der Grenze zwischen Ernsthaftigkeit und Klamauk. Dies macht es bei manchen Songs schwer, die wirklichen Absichten dahinter zu erkennen. Andere Songs wiederum sind klar als humoristisch zu sehen.


Stephan Meßmann
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.grillmaster-flash.de
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