Gehört und Gesehen - High Fidelity

11.01.2019High Fidelity

High Fidelity

High Fidelity

Eigenvertrieb (2018, CD)

Die hannoversche Band High Fidelity, die aus Tom Wisniewski (Gesang, Gitarre), Moritz Haak (Gitarre, Hintergrundgesang), Nils Meyer (Bass) und Sven Braun (Schlagzeug) besteht, ist schon seit einiger Zeit auf den Bühnen unterwegs. Mit ihrem Sound, der sich am Rock, Folk und Blues der frühen 70er orientiert, konnte die Band bisher vor allem das Live-Publikum überzeugen. Gerade ihr Konzert in der Strangriede Stage Ende August letzten Jahres hat ihnen wohl einige neue Fans beschert. Dies allein ist Grund genug sich ihr erste EP „High Fidelity” einmal genauer anzuschauen.

Die EP startet mit dem Titel „Need A Touch“. Der kernige Rocksong kann durch ein eingängiges Gitarrenriff und den Blues entlehnten Gesang überzeugen. Hinzu kommt, wie es sich für einen Rocksong gehört, kurze aber kraftvolle Gitarrensoli.

Der zweite Song „Apple Tree” zeigt eine andere Facette der Band. Er ist durch die Akustikgitarre geprägt und geht besonders am Anfang eher in den Folk. Später entwickelt er sich zum einem Blues-Rock Song, der nicht ganz so rockig wirkt, wie der erste Titel.

Als nächstes folgt „Good Looking”, den man als klassische Rockballade der 70er bezeichnen kann. Der sanfte und langsame Song erinnert ein bisschen an The Eagles und lässt Bilder entstehen, die einen mit auf die Reise in die USA nehmen.

Mein persönliches Highlight der EP ist der Titel „Young And On The Way”. Der Song mit Countryeinflüssen ist von der Melodie her am stärksten. Sie bleibt sofort im Gedächtnis. „Young And On The Way” würde auch bestimmt gut ins Radio passen.

Der letzte Song „Look The Sun is Rising” ist auch der längste Titel der Platte. Seine mehr als sechs Minuten werden mit langen und langsamen Gitarrensoli gefüllt, die teilweise ein bisschen ins psychedelische gehen, aber vor allem vom Blues geprägt sind. Unterstützt werden sie durch weitere Blues-Rock Gitarren und die Art von Gesang, die man schon vom ersten Track kennt. Achtet man nur auf die Gitarren ist „Look The Sun is Rising” für mich der stärkste Song der EP.

Mit ihrer Debüt-EP haben High Fidelity ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die Songs wurden ausschließlich von ihrem Sänger und Gitarristen Tom Wisniewski geschrieben. Eine Ausnahme bildet „Young And On The Way” an dem noch zusätzlich Moritz Haak beteiligt war. Aufgenommen wurde die Platte im MusikZentrum Hannover.

Herausgekommen ist eine sehr abwechslungsreiche EP, die sich auch nicht vor internationalen Produktionen verstecken muss. Die Songs lassen den Rock der 70er hochleben. Man spürt die Einflüsse von Bands wie The Eagles, Creedence Clearwater Revival und anderen Rockbands dieser Zeit. Dennoch bewahren sich High Fidelity ihre Eigenständigkeit und bringen die Musik wieder in die moderne Zeit.

Deswegen möchte ich für ihre musikalische Leistung acht Punkte vergeben. Einen zusätzlichen Punkt gibt es noch für die Tatsache, dass die ganze EP in Eigenregie entstanden ist.


Stephan Meßmann
(9 / 10 Pkt.)

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