Gehört und Gesehen - Raise Vibration

14.09.2018Lenny Kravitz

Lenny Kravitz

Raise Vibration

Bmg Rights Management (Warner) (2018, CD)

Seit seinen Anfängen im Jahr 1989 gehört Lenny Kravitz zu den erfolgreichsten Künstlern der USA. Besonders in Europa konnte er sich mit seiner Mischung aus Rock, Soul, Blues und Funk in die Herzen der Fans spielen und diverse Top Ten Platzierungen in den Charts erreichen. Sein erfolgreichstes Album in Deutschland war bisher „Black & White America“, das bis auf den ersten Platz kletterte. Mit seinem elften Studioalbum „Raise Vibration“ hat Lenny Kravitz die Top Ten Platzierungen wieder fest im Blick. „Raise Vibration“ ist der Nachfolger, des vor vier Jahren veröffentlichten „Strut“ und beinhaltet wiedereinmal seine, für ihn so typische, Mischung der verschiedenen Genres.

Der erste Titel des Albums „We Can Get It All Together“ ist ein Blues Rock Song, der sich durch Orgel, E-Gitarre, harte Drums und die markante, durchdringende Stimme Lenny Kravitz` auszeichnet. Gleich der zweite Titel „Low“ ist ein Highlight der Platte. Der Funksong mit der eingängige Hook bleibt sofort im Ohr und besticht durch seinen Retrosound, der gleichzeitig modern wirkt.

Weitere Highlights sind die beiden Songs „Johnny Cash“ und „Here To Love“. „Johnny Cash“, der von einer Begegnung mit dem legendären Countrymusiker inspiriert wurde, ist eine typische Ballade. Sie wird von Gitarre und Gesang dominiert, hat aber auch psychedelische Elemente.

„Here To Love“ ist ebenfalls eine Ballade. Doch hier ist es das Klavier, das im Vordergrund steht. Und auch thematisch unterscheidet der Song sich von „Johnny Cash“. Während er sich mit der Liebe zwischen zwei Menschen beschäftigt, ist „Here To Love“ eher politisch geprägt. Im Song prangert Kravitz Rassismus und Hass an und predigt Nächstenliebe.

Eine ähnliches Thema hat auch „Its Enough“. Der vom Bass dominierte Song ist der längste Titel des Albums. In der offiziellen Pressmitteilung verrät Lenny Kravitz seine Motivation hinter „Its Enough“: „Ich habe genug von Rassismus. Ich habe genug vom Krieg. Ich habe genug von Umweltzerstörung und der Gier und Verlogenheit unserer Staatsoberhäupter. Wir müssen dringend die Kurve kriegen und ein höheres Verständnis für die Menschheit und diesen Planeten entwickeln.“

Neben den Highlights gibt es aber auch ein paar Songs, die nicht zu hundert Prozent überzeugen können. Dazu zahlt auch „Who Really Are the Monsters?“. Der Elektro-Funk Titel erinnert stark an die Musik von Prince aus den 80ern und passt, meiner Meinung nach, nicht so gut in das Konzept der Platte.

Ein weiterer etwas schwächerer Song ist „Gold Dust“, der von seinem Niveau ein bisschen hinter die anderen Titel zurückfällt.

Trotzdem muss man sagen, dass Lenny Kravitz ein überzeugendes Album gelungen ist. Auch wenn nicht alle Titel wahre Perlen sind, kann man „Raise Vibration“ Fans von Funk, Rock und Soul absolut empfehlen. Im Vergleich zu seinem vorherigen Album „Strut“ ist es musikalisch wieder ein Schritt nach vorne und er kehrt ein bisschen zu seinen Wurzeln zurück.


Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
lennykravitz.com
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