Gehört und Gesehen - Ian Gillan & The Javelins

23.08.2018Ian Gillan

Ian Gillan

Ian Gillan & The Javelins

earMusic (2018, CD)

Der britische Sänger Ian Gillan dürfte Liebhabern der Rockmusik ein Begriff sein. Als Mitglied der legendären Formation Deep Purple hat er Musikgeschichte geschrieben. Die 1968 gegründete Band zählt zu den erfolgreichsten ihres Genres und hat weltweit über 130 Millionen Alben verkauft. Ihr Leadsänger Ian Gillan ist, mit kurzen Unterbrechungen, seit 1969 dabei und war somit ein wichtiger Baustein des Erfolges. Doch auch der größte Rockstar hat mal klein angefangen. Im Fall des Deep Purple Frontmanns kann man seine Anfänge jetzt auch musikalisch nachvollziehen. Mit seiner Band aus Jugendtagen, The Javelins, hat Ian Gillan eine Platte aufgenommen, die ab dem 31. August im Handel erhältlich sein soll.

The Javelins wurden in den frühen Sechszigern gegründet. Zusammen mit Gordon Fairminer (Lead Gitarre), Tony Tacon (Rhythmus Gitarre), Tony Whitfield (Bass) und Keith Roach (Schlagzeug) tourte Ian Gillan durch die Clubs und Pubs Großbritanniens und spielte Coverversion der Blues-und Rock´n´Roll-Klassiker. Bis zu ihrem Ende im Jahr 1964, als Fairminer die Band verließ, kam es aber nie zur Aufnahme einer Platte. Erst jetzt hat man wieder zusammengefunden um die Songs, die sie 1963 auf ihrer Setliste hatten, im Studio aufzunehmen. Dabei herausgekommen sind 16 Titel, die im Original zwischen 1956 und 1963 entstanden sind.

Als erstes ist der 1962 entstandene Song „Do You Love Me“ zu hören, der im Original von der Motown-Sextett The Contours stammt. Ein Titel aus dem gleichen Jahr ist „Dream Baby (How Long Must I Dream)“ von Roy Orbison. Neben diesen beiden Songs sind auf der Platte noch viele Rock `n` Roll Klassiker vertreten. Darunter auch „It’s So Easy!“ und „Heartbeat“ von Buddy Holly & The Crickets oder die Chuck Berry Titel „Rock and Roll Music“ und „Memphis, Tennessee“.

Erweitert wird das Repertoire durch Soul und R&B Stücken, wie zum Beispiel „Hallelujah I Love Her So“ und „What I´d Say“ von Ray Charles. Die jüngsten Titel des Albums sind „Another Saturday Night“ von Sam Cooke und „You´re Gonna Ruin Me Baby“ von Lazy Lester. Beide entstanden im Jahr 1963. Die ältesten Songs sind aus dem Jahr 1956. Dazu gehört unter anderem „Smokestack Lightnin´“ von dem US-amerikanischen Blues Musiker Howlin´ Wolf.

Insgesamt sind die 16 Songs eine bunte Mischung aus Rock`n`Roll, Blues, Soul, Jazz und ein bisschen Country. Sie bilden die Setlist von Ian Gillan and The Javelins aus dem Jahr 1963 ab. Zu diesem Zeitpunkt war der Leadsänger von Deep Purple gerade einmal 18 Jahre alt.

Fazit: Ian Gillan and The Javelins ist ein typisches Cover-Album. Die kleine Zeitreise in die späten 50er bis frühen 60er macht Spaß, bietet aber (natürlich) nichts Neues. Die meisten Songs orientieren sich stark am Original. Man kann sich gut vorstellen ,wie Ian Gillan and The Javelins als Liveband die Bühnen der Pubs und Clubs zum Rocken gebracht haben. Die CD fängt diese Energie jedoch nur zum Teil ein. Als eine Hommage an diese Zeit oder um die Wurzeln von Ian Gillan kennenzulernen ist das Album trotzdem empfehlenswert.


Stephan Meßmann
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.gillan.com
www.ear-music.net
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