Gehört und Gesehen - Paper Plane Perspectives

15.08.2018Driven By Clockwork

Driven By Clockwork

Paper Plane Perspectives

Driven By Clockwork (2018, CD)

Die hannoversche Band Driven By Clockwork gab ihr Debüt im Jahr 2015. Mit ihrem ersten Album „Transition To Self“ waren sie auf einigen Konzertbühnen zu Gast und spielten unter anderem beim Fährmannsfest. Nun hat die Band ihre zweite Platte veröffentlicht, die sie in Eigenregie produzierten. Einen großen Anteil am ganzen Prozess hatte Michael Koch, der 2017 als Gitarrist und Keyboarder neu dazu stieß. So wurde aus dem Quartett, bestehend auch Tim Seidler (Gesang & Gitarre), Jens Telgmann (Gitarre & Synthesizer), Dominik Both (Bass) und Martin Reche (Schlagzeug), ein Quintett.

Driven By Clockwork`s zweites Album trägt den Titel „Paper Plane Perspectives“. Der Öffentlichkeit wurde es zum ersten Mal am 01. Juni dieses Jahres im Lux in Linden vorgestellt (wir berichteten damals). „Paper Plane Perspectives“ enthält insgesamt 10 Titel, die sich musikalisch im Bereich des New Wave, Shoegaze und Postrock bewegen.

Den Anfang macht „Quintana Roo“. Der langsame und träumerische Song hat einen britischen Einschlag und erinnert an New Wave und Shoegaze. Die fast vier Minuten des Tracks plätschern so vor sich hin, was in diesem Zusammenhang aber keine Kritik sein soll, im Gegenteil. Durch die ungewöhnliche Struktur des Songs, er enthält keine erkennbaren Refains und Strophen, zieht er ein sofort in seinen Bann.

Einen ganzen anderen Einschlag nimmt „The Haze“, der sich am Anfang wie ein Radiohit von Fury in the Slaughterhouse anhört und mit einigen Passagen das Publikum auf Konzerten definitiv zum mit klatschen anregen wird. Doch auch hier wird dieses Schema nach kurzer Zeit wieder gebrochen. Der etwas progressivere Song folgt, ebenso wie der erste Titel, keiner typischen Struktur.

„Golden“ kommt als temporeicher Rocksong daher, der plötzlich und unvermittelt durch ein Break mit sphärischen Klängen unterbrochen wird. Zum Schluss mündet der Song dann aber wieder in ein großes rockiges Finale. Insgesamt ist „Golden“ der rockigste Titel des Albums. Der für das Radio tauglichste Song ist „Blinders“. Er ist ein leichter Pop-Rock Song mit Shoegaze Elementen.

Mein persönliches Highlight des Albums „The Second Gathering“. Der letzte Song ist mit fast sieben Minuten, der längste Titel der Platte. Es dauert allein über zweieinhalb Minuten bis der Gesang zum ersten Mal einsetzt. Die Gesangsmelodie, die sofort im Ohr bleibt zieht sich dann bis zum explosiven Finale.

Insgesamt ist „Paper Plane Perspectives“ ein gut produziertes Album, das Spaß macht zu hören. Das Zusammenspiel zwischen den Musikern ist perfekt und die Qualität der Produktion ist im Allgemeinen sehr hoch. Und auch der Gesang hat, verglichen mit dem Debüt-Album, einen Schritt nach vorne gemacht. Ein weiterer Pluspunkt sind die nicht alltäglichen Songstrukturen. Sie führen den Hörer, wenn er es zulässt, in eine musikalisch träumerische Welt.

Dennoch gibt es einen kleinen Punkt der Kritik. Obwohl die Songs sehr stimmig und unterschiedlich sind, hat man manchmal das Gefühl, dass sich Sounds und Effekte zu stark wiederholen. Daher wünscht man sich an einigen Stellen mehr Breite in den musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten.


Stephan Meßmann
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
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