Gehört und Gesehen - Angstparade

01.06.2018Deamon´s Child

Deamon´s Child

Angstparade

Zygmatron Music (2018, CD)

Deamon´s Child ist, wie es auch in der Pressemitteilung zu ihrem neuen Album steht, ein „ungewöhnliches Trio aus Hannover“. Und diesem Ruf möchten Ana Muhi (Bass & Gesang), Sven Missullis (Gitarre) und Tim Mohr (Schlagzeug) mit „Angstparade“ wieder einmal gerecht werden. Herausgekommen sind dabei acht Tracks, die dem ungeübten Hörer einiges abverlangen.

Ihre roh und ungeschliffene Musik bedient sich aus verschiedenen Genres. Den ersten Titel „Denkmanöver“ könnte man dem Metal zuordnen, „Garten Eden“ eventuell dem Stoner Rock. „Krone meiner Schöpfung“ hingegen hat Anleihen an psychedelische Musik. Und „Knochenmann“ ist zumindest in einigen Passagen schon fast wie Western Music.

„Knochenmann“ ist auch der einzige Song der von Ana Muhi singend vorgetragen wird. Alle anderen Texte werden von ihr eher ins Mikrophon geschrien. Die Art und Weise wie sie es macht erinnert an Anette Humpe zu Zeiten von Ideal.

Die Texte des Trios sind stets gesellschaftskritisch und ziemlich wütend. In „Kalte Hände“ wird zum Beispiel die Pharmaindustrie mit den Worten: „Entschuldigen Sie ich bin die Pharmaindustrie und ich wollte nur mal wissen geht’s Dir den schon beschissen?“ kritisiert. Und der letzte Titel der Platte „Krone meiner Schöpfung“ stellt sich klar gegen das Töten von Tieren zum Verzehr oder als Materiallieferant für die Modeindustrie.

Insgesamt ist „Angstparade“ ein wütendes Album, das einen gewissen Charme der Rohheit versprüht. Entweder verfällt man diesem Charme oder nicht. Auf jeden Fall ist es keine leichte Kost.


Stephan Meßmann
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.deamonshome.de

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