Gehört und Gesehen - Opus

21.02.2018Al Di Meola

Al Di Meola

Opus

earMUSIC/Edel Germany GmbH (2018, CD)

Al Di Meola ist ein Musiker von Weltruhm. Besonders bei Gitarristen genießt er seit Jahrzehnten große Anerkennung. So liest sich auch die Liste der Künstler, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat, wie ein Blick in der Hall of Fame. Unter ihnen befinden sich illustere Partner wie zum Beispiel Frank Zappa, Phil Collins, Santana oder Luciano Pavarotti. Nun veröffentlicht Al Di Meola am 23. Februar sein neues Studioalbum mit dem Titel „Opus“. Entsprechend seiner weltweiten Berühmtheit sind auch die Erwartungen an sein neues Werk hoch.

Für Al Di Meola selbst markiert sein neues Album in zweierlei Hinsicht einen Wendepunkt in seiner Karriere. Mit der Arbeit an „Opus“ wollte er seine Art zu Komponieren weiterentwickeln und von einem Gitarristen der komponiert, zu einem Komponisten werden, der Gitarre spielt. Zusätzlich beschreibt Al Di Meola eine neue Ära in seinem privaten Umfeld. Inspiriert von seinem glücklichen Familienleben mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter, sei dies Album fröhlicher geworden als die Veröffentlichungen zuvor. Insgesamt enthält „Opus“ 11 Werke, die verschiedene Genre bedienen, aber immer nach Al Di Meola klingen.

Gleich der erste Titel „Milonga Noctiva“ ist besonderes Highlight der Platte. Angelehnt an Astor Piazzolla möchte Di Meola die emotionale Seite des Tango Nuevo zeigen, was ihm definitiv gelungen ist. Einen ganz andere Ausrichtung hat „Ava‘s Dream Sequence Lullaby“. Inspiriert durch seine Tochter, die er sah, als sie sich zur Musik bewegte wollte er ein typisches Wiegenlied schreiben. Doch während seiner Arbeit an dem Werk entwickelte es sich immer mehr zur einer Komposition, die an eine klassische Suite erinnert.

In „Notorious“ hingegen geht es viel rockiger zu. Er selber sagt es sei eine Mischung aus Led Zeppelin und Al Di Meola. Das darauffolgende „Frozen in Time“ beruhigt den Hörer wieder. Mit seiner entspannten Stimmung könnte man es fast als Lounge-Musik bezeichnen.

Kurzum: die Platte ist sehr vielfältig. Man merkt ihr die jahrelange Erfahrung Al Di Meolas als Gitarrist und Komponist an. Seine virtuosen Gitarrenläufe und seine aus verschiedensten Genre bestehenden Kompositionen machen „Opus“ zu einem Highlight für alle Gitarristen und Liebhaber von Gitarrenmusik, auch wenn er das Rad nicht unbedingt neu erfindet. Ob es nun auch fröhlicher ist als seinen anderen Alben und ob Al Di Meola als Komponist gereift ist, muss jeder für sich selber entscheiden.


Stephan Meßmann

(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.aldimeola.com
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