Gehört und Gesehen - Playing Chess

21.02.2018Elise LeGrow

Elise LeGrow

Playing Chess

S-Curve Records/BMG Rights Management (2018, CD)

Obwohl die kanadische Sängerin Elise LeGrow ihren ersten Plattenvertrag bereits 2009 unterschrieb, ist sie in Europa noch relativ unbekannt. In ihrem Heimatland konnte sich jedoch 2012 mit ihrem selbst komponierten Song „No Good Woman“ einen ersten kleinen Achtungserfolg hinlegen. Der Titel hielt sich für 13 Wochen in den Top 10 der „BDS Adult Contemporary Charts“. Seit ihrem Wechsel zu dem US Label S-Curve Records im Jahr 2016 hat LeGrows Karriere noch einmal mehr an Fahrt aufgenommen. Das Cover des Chuck Berry Klassikers „You Can Never Tell“, brachte ihr in ihrem Heimatland viel Anerkennung ein. Mit „Playing Chess“ möchte LeGrow nun auch Europa im Sturm erobern.

Das Album, das Mitte Februar veröffentlicht wurde, enthält ausschließlich Cover aus dem Fundus des Chicagoer Label „Chess Records“. Die legendäre Plattenfirma existierte von 1950 – 1970 und war maßgeblich an der Etablierung und Weiterentwicklung von Rhythm and Blues, Rock ‘n‘ Roll und Blues beteiligt. Bei ihnen unter Vertrag standen zum Beispiel die Rock ‘n‘ Roll Legenden Chuck Berry und Bo Diddley, die R&B Sängerin Etta James, der Blues Gitarrist John Lee Hooker und der Funk und Soul Musiker Johnny Guitar Watson. Für LeGrows Debütalbum wurden elf Titel ausgesucht, welche die ganze Bandbreite des Labels widerspiegeln. Neben berühmten Klassikern, befinden sich auch einige weniger bekannte Raritäten auf dem Album.

Dennoch ist „Playing Chess“ alles andere als eine herkömmliche Ansammlung von originalgetreuen Covern. Die Produzenten Steve Greenberg, Betty Wright und Mike Mangini, die übrigens auch für Joss Stones „The Soul Sessions" verantwortlich waren, haben zusammen mit Elise LeGrow die Songs stark verändert. Selbst wenn einem viele der Klassiker bekannt sind, muss man manchmal zweimal hinhören um sie zu erkennen.

Einer der bekannten Titel ist „Who Do You Love“ von Bo Diddley. Der Rock n Roll Song wird durch LeGrow zu einem Soul Song mit elektrischer Orgel und E-Gitarre, der ein bisschen an Joss Stone erinnert. Ebenso verhält es sich mit Chuck Berrys „You Can Never Tell“. Auch er wird radikal zu einem Folksong verändert. Dennoch gibt es auch Songs, die sich stärker am Original orientieren. Ein Beispiel dafür ist „Going Back Where I Belong“ von Sugarpie DeSanto.

Insgesamt überzeugt „Playing Chess mit seiner Mischung zwischen Soul, Folk, Jazz, Blues und der wandelbaren Stimme Elise LeGrows. Wer allerdings ein herkömmliches Cover-Album erwartet wird enttäuscht sein.


Stephan Meßmann

(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
eliselegrow.com
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite