Gehört und Gesehen - Quatro, Scott & Powell

11.01.2018Quatro, Scott & Powell

Quatro, Scott & Powell

Quatro, Scott & Powell

Warner Music International (2017, CD)

Für nicht wenige war die Ankündigung im letzten Jahr eine faustdicke, vielleicht sogar freudige Überraschung: Drei Weggefährten aus der Hochzeit des 70er-Jahre-Glamrock, einst mit ihren Bands und Projekten überaus erfolgreich und medienpräsent, haben sich zu einer neuen Band formiert und bringen ein gemeinsames Album heraus: Bassistin und Sängerin Suzie Quatro, Gitarrist Andy Scott (The Sweet) und Don Powell (Slade) interpretieren in ihrem Sound Rock-und Blues-Klassiker und legen auch einige Eigenkompositionen vor.

Musikfans, die bereits seit den frühen 1970er-Jahren die internationale Rock-und dabei insbesondere Glam-Rockszene verfolgen, sind Suzie Quatro, The Sweet und Slade sicher ein Begriff. Alle drei zählten für einige Jahre zu den prominentesten und erfolgreichsten Acts dieser Musikrichtung, flimmerten in TV-Sendungen wie Ilja Richters „Disco“ über die Mattscheibe, ihre Poster zierten unzählige Kinder-und Jugendzimmer, in Discotheken und auf vielen Radiostationen liefen ihre Hits rauf und runter. Vor wenigen Wochen haben Suzie Quatro, Andy Scott und Don Powell ihr erstes gemeinsames Album auch in Deutschland veröffentlicht.

Suzi Quatro, The-Sweet-Gitarrist Andy Scott und Slade-Schlagzeuger Don Powell erinnerten sich ihres gemeinsamen Hintergrundes, warfen ihre Ideen und die Lust, Musik zu machen zusammen und starteten dieses Bandprojekt. Unter Quatro, Scott & Powell spielen sie ihren Glamrock-und Rock´n´Roll fast wie in früheren Jahren, selbst der alte Sound mit dem für die Ära und das Genre charakteristischen Gesangshall blitzt wieder auf.

Gespannt auf das, was da kommt und mit einem Lächeln auf den Lippen folgt man dem prominentem Trio, das von einigen Gastmusikern an Instrumenten wie Saxofon oder Orgel unterstützt wird, durch die Songs des Albums. Quatro, Scott & Powell interpretieren einige Fremdkompositionen, spielen bluesige Rock´n´Roll Standars wie die Larry-Williams-Komposition „Slow Down“ oder Songs wie „The Price You Pay“ von The Everly Brothers und den Bob-Dylan-Klassiker „Just Like A Woman“.

Das klingt ordentlich, charmant und solide in Szene gesetzt und lässt sich hören. Mit den Eigenkompositionen zwischen Rock, Pop-Rock und Balladen serviert das Bandprojekt abwechslungsreich und bodenständig. Der ganze große Wurf ist ihnen mit den Songs zwar nicht gelungen, vieles klingt doch sehr klassisch und von den Riffs, Harmonien und Melodien irgendwie recycled, aber deshalb auch nicht gleich schlecht.

Es ist der Duft der alten großen Zeit der Rock-und Glam-Rock-Siebziger und der legendären Namen der Protagonisten, die dem Album etwas Spezielles, beinahe schon Liebenswürdiges geben. Schöne Nostalgie, ansprechend transportiert.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.suziquatro.com/qsp.html
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