Gehört und Gesehen - The Similitude Of A Dream

11.11.2016The Neal Morse Band

The Neal Morse Band

The Similitude Of A Dream

Radiant Records/Metal Blade/Sony (2016, 2CD)

Sänger, Komponist und Multiinstrumentalist Neal Morse und Schlagzeuger Mike Portnoy zählen zu den weltweit herausragenden Köpfen des modernen Progressive-/Symphonic-Rock. Gemeinsam mit Gitarrist Eric Gillette, Bassist Randy George und Keyboarder Bill Hubauer hat man als The Neal Morse Band mit „The Similtude Of A Dream“ ein über 100 Minuten langes Konzeptalbum geschaffen, das im Vorfeld als „Meisterwerk“ gehandelt wurde und in der Tat: Die Musik auf beiden CDs ist in dieser Ausgestaltung und Zusammenstellung hervorragend gelungen.

Schon die Musiker selbst hatten vereinzelt geäußert, dass „The Similitude Of A Dream“ wohl das bislang beste Album ihrer Laufbahn sei (Mike Portnoy) und die Protagonisten haben in mehr als zwanzig Jahren schon so einige Platten gemacht, sei es Mike Portnoy mit seiner ehemaligen Band Dream Theater, Neal Morse mit der Prog-Rock-Band Spock´s Beard oder beide zusammen mit so genannten Super-Groups wie Transatlantic oder Flying Colours oder auch solo.

Das vorliegende Album knüpft einerseits an herausragende Konzeptalben aus dem Fundus von Neal Morse, wie etwa „Snow“ mit Spock´s Beard oder „Testimony“, seinem ersten Solo-Werk aus 2003, an, setzt aber insofern neue und frische Akzente, da es vielmehr eine Gemeinschaftproduktion der ganzen Band ist. Den Lead-Gesang, sonst früher das alleinige Thema von Morse, übernehmen von Song zu Song alle Bandmitglieder, die auch darüber hinaus hörbar ihre Kompositions-und Arrangementbeiträge geleistet haben.

Es ist somit kein Neal-Morse-Album mit hochkarätig besetzter Band, sondern ein Bandalbum auf Grundlage typischer Neal-Morse-Kompositionen, die dramaturgisch –wie so oft- geschickt in Szene gesetzt sind, sich durch packende Melodien und harte, virtuos gespielte Progressive-Rock-Instrumental-Parts auszeichnen. Besonders auch der zeitweilige Lead-Gesang, des brillanten jungen Gitarristen Eric Gillette überrascht positiv.

Das Konzept des Album beruht auf dem Buch „The Pilgrim´s Process“ von John Bunyan aus dem Jahr 1678, einer Chronik der spirituellen Reise eines Mannes, die in der „Stadt der Zerstörung“ beginnt und ihn an einen Ort der Erlösung führt.

Dem Album zu folgen ist ähnlich wie eine Reise eines Menschen an einem sehr langen Tag zu beobachten, der in kompakter Form Höhen und Tiefen des Lebens, Dunkles und Schönes in der Welt erlebt und nach einem langen harten Weg dort ankommt, wo sich alles nach „Happy End“ anfühlt. Die dramaturgische Achterbahnfahrt hat The Neal Morse Band musikalisch herausragend kreativ, originell, virtuos und auf berührende Art und Weise umgesetzt.

Für Progressive-Rock-Fans, insbesondere aber für Fans der Musik von Morse, Portnoy & Co. sicherlich ein Genuss, ohne Abstriche.


Andreas Haug
(10 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.nealmorse.com
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