Gehört und Gesehen - Fear

23.09.2016Marillion

Marillion

Fear

earmusic (2016)

Es ist das mittlerweile 18. Studioalbum der britischen Progressive-Rockband Marillon, dessen Titel „Fear“ weniger Angst transportieren oder gar machen soll, sondern viel mehr für „Fuck Everyone And Run“ steht. Es sei das erklärte Gefühl der Band, so die Medieninfo, dass es das bisher beste Marillion-Album sei. Der Hörer, respektive, die Hörerin dürfte sich eine eigene Meinung bilden. „Fear“ ist wohl eher ein Werk, an dem sich einige Geister scheiden dürften. Was man sich gemeinhin unter Progressve-Rock vorstellt, findet man hierauf eher wenig bis gar nicht.

Fünf Songs, vielmehr fünf Stücke haben Marillion für „Fear“ aufgenommen: „El Dorado“, „Living In F.E.A.R“, „The Leavers“, „White Paper“ und „The New Kings“. Jedes Stück ist in zahlreiche Kapitel unterteilt. Das macht das Album zu einem recht langen Album außerhalb der gängigen Songformate. Das ist einerseits charakteristisch für Progressive-Rock, anderseits geht es musikalisch weniger in Richtung Prog.

Das gesamt Album ist von langsamer, getragener, elegischer Musik geprägt. Da ist die dramatisch-melancholische Stimme von Steve Hogarth, die Keyboard-Flächen und elektronischen Akzente von Mark Kelly, das gefühlvolle Gitarrenspiel von Steve Rothery mit dessen typischem Ton und ein solides, aber unauffälliges Fundament von Bassist Pete Trewavas und Schlagzeuger Ian Mosley.

Musik mit sehr wenig Abwechslung oder Facetten, dafür mit viel Atmosphäre, behutsam lancierter Melodien und ruhiger Stimmungen. Das alles im Marillion-Kompositions-Struktur-Gewand, wie man es aus den letzten Jahren zur Genüge kennt. Das eignet sich zum Brutal-Entspannen oder gar Meditieren oder auch zur Untermalung für eine sehr ausführliche Wellness-Behandlung in einem luxuriösen SPA-Bereich eines 4-Sterne-Superior-Hotels. Man döst irgendwann weg, wenn man sich nicht entschlossen hat, vorher mal die Pause-oder Stop-Taste des Players zu drücken um sich final zur Nachtruhe zu begeben.

Qualitativ ohne jeglichen Zweifel erhaben, scheinen zu diesem Album fast nur zwei Meinungen möglich: Zum Träumen schön oder zäh, mit anstrengenden Längen sowie fehlendem Biss und Pfiff.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.marillion.com

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