Gehört und Gesehen - California

01.07.2016blink-182

blink-182

California

BMG Rights Management (2016)

Als bekannt wurde, dass blink-182 Gründungsmitglied Tom De Longe die Band verlässt, hätte man meinen können, dass dies auch das Aus der Band bedeutet. Nicht etwa, weil er alleiniges Aushängeschild wäre – schließlich sind auch Mark Hoppus und Travis Baker in der Szene bekannt wie bunte Hunde – sondern vielmehr, weil es schwer vorstellbar war, dass es einen würdigen Ersatz geben könnte.

Umso erstaunlicher war es schließlich, als blink-182 ihr neues Album „California“ ankündigten – und als neuen Sänger neben Mark Hoppus den Alkaline Trio Frontmann Matt Skiba vorstellten. Das konnte bei einigen Fans ein Grummeln in der Magengegend hervorgerufen haben. Blink-182 ohne Tom De Longe? Sollte man es dann nicht lieber lassen, um die schönen Erinnerungen an großartige Alben wie „Enema Of The State“ oder „blink-182“ nicht in sehnsüchtiger Wehmut zu schmälern?

Die Antwort ist ganz klar: Nein! Denn blink-182 bleiben nicht nur ihrem zuckersüßen Pop Punk treu, Matt Skiba macht seinen Job auch noch verdammt gut! Auch wenn man sich in Songs wie beispielsweise „Home Is Such A Lonely Place“ die Stimmfarbe von Tom De Longe ganz hervorragend vorstellen kann. In der ersten Singleauskopplung und einem der stärksten Songs des Albums „Bored To Death“ wurden Fans langsam an das neue Organ von Matt Skiba herangeführt, beim ersten Hören fällt es schwer, Hoppus und Skiba auseinander zu halten, aber das ändert sich schnell.

Rund 21 Jahre ist es her, dass blink-182 ihr Debütalbum veröffentlichten, an den Themen der Songs hat sich allerdings nichts geändert: Es geht um Liebe und über die Schwere des Erwachsenwerdens. Irgendwie werden blink-182 im Kopf auch immer die schlitzohrigen Teenager sein, die nackig durch die Straßen laufen und „What´s My Age Again?“ trällern oder sich über Boybands lustig machen. Eine Jugenderinnerung an unbeschwerte Tage, die immer noch funktioniert – nur eben mit Matt Skiba anstatt Tom De Longe.

Auf „California“ finden sich wie auf den Vorgängeralben wahre Pop Punk-Hymnen im unverkennbaren blink-182 Stil und machen diese Platte zu einem weiteren Highlight in der blink-182 Diskografie.


Hanna Rühaak
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
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