Gehört und Gesehen - Scherben müssen sein

08.04.2016Deamon´s Child

Deamon´s Child

Scherben müssen sein

Zygmatron Music / Sonic Rendezvous (2016, CD)

Nach einer Demo-EP 2012 und ihrem Debüt 2014 kommt die hannoversche Band Deamon´s Child mit ihrem neuen Album „Scherben müssen sein“ immer mehr in Schwung, Auf Basis von Stoner-Noise, Punk, Metal und Psychedelic Rock kreiert das Trio einen markanten, nahezu unverwechselbaren Stil und präsentiert sich erfrischend kreativ und spielfreudig.

„Rotzig, schmutzig und wütend. Kaputt, schön und mit der Hoffnung auf das Gute begegnen sie dem Wahnsinn der Zeit“, formuliert es diese Medieninfo zur Albumveröffentlichung ausnahmsweise treffend.

Deamon´s Child spielen durchaus unkonventionell, aber zweifelsohne ideenreich, konsequent hart und leidenschaftlich. Anscheinend befreit von irgendwelchen Zwängen. Wenn das Trio um Ana Muhl, Sven „Missu“ Missullis und Tim Mohr seinen Sound zwischen Punk, Metal, Noise-Rock, Stoner-und Psychedelic-Rock fährt, deutschsprachige Songs wie „Monster“, „Zucker“, „Geld“ oder „Schweinehund, komm tanz mit mir“ auspackt, dann spitzt man unweigerlich die Ohren, denn ad hoc fällt einem, speziell in der Hannover-Szene, musikalisch fast nichts Vergleichbares ein.

Es gibt wenige Bands, die aus dem Bauch heraus mit soviel Spielwitz und angenehmer Härte unterwegs sind wie Deamon´s Child. Allein schon das brachiale, aber warm verzerrte Gitarrenriffing in Verbindung mit dem markanten, an frühere deutsche New Wave- oder Punk-Bands erinnernde Gesang, sorgen anno 2016 für gehörig frischen Wind im musikalischen Untergrund. In den Songs von Deamon´s Child ist so gut wie nichts vorhersehbar, es gibt viele Überraschungen und plötzliche Breaks. Chaotisch oder unübersichtlich wird es dennoch nicht, die Band kommt jederzeit auf den Punkt und klingt kompakt.

Die Härte und die Sounds stimmen alles andere als aggressiv, da ist einiges, das zum rhythmischen Kopfnicken einlädt.

Von der Angebotsfülle und von der zuweilen geringen Unterscheidbarkeit im heutigen härteren Rock-, Metal-und Punkbereich womöglich überstrapazierte, gelangweilte bis genervte Hörer, können mit „Scherben müssen sein“ mal wieder kräftig Frischluft atmen.

Deamon´s Child versuchen nicht, sich irgendwo dranzuhängen, irgendwo mitzulaufen, sie gehen ausgeschlafen und mit Schwung ihren eigenen Weg.

Eine Platte, die richtig viel Spaß machen kann, sofern man dem Underground und dem genannten Genre-Mix zugeneigt ist.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.deamonshome.de

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Deamon´s Child - Deamon´s Child (2014)
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