Gehört und Gesehen - ...and the soul goes on

08.04.2016Remain In Silence

Remain In Silence

...and the soul goes on

MIG Music / Indigo (2016, CD)

Remain in Silence um Andreas Gimpel und Andreas Buchwald werden als oft als Deutschlands “Dark-Wave-Pioniere” vorgestellt. Seit 1983 ist die Band aktiv und erreichte landesweit bei Publikum und Medien ihre größte Aufmerksamkeit Mitte bis Ende der Achtziger. Aktuell präsentiert die hannoversche Band ihr Album „…and the soul goes on“ mit ganz neuen und weiterentwickelten, respektive re-launchten Songs.

Man will meinen, man befindet sich auf einer Zeitreise: Melancholischer, gefühlvoller Gesang mit dunklem Timbre, Synthesizer-Teppiche, brillante, kraftvolle E-Gitarre und feinfühlige elektronische Rhythmik. Das hat kennt man so in dieser Form aus den 1980er-Jahren von Pop-, New-und Darkwave-Bands , oder noch von heutigen Wave-Themenpartys in einem szenigen Underground-Club, in deren Verlauf der DJ New Order, Joy Divison, The Cure, Anne Clark oder ähnliche Acts auflegt.

Remain in Silence jedoch auf Underground und Dark-Wave festzulegen, dürfte bei ihrem neuen Studioalbum schwerfallen. Es geht vorwiegend um atmosphärisch dichte, in Teilen cineastisch ausgelegte, elektronisch geprägte Pop-Musik. Pop-Musik mit dunkler, melancholischer Grundstimmung. Es dominiert Moll, man bewegt sich in der Dämmerung, versinkt aber nicht in Düsternis. Auch wenn hier und da ein leicht kühler Luftzug weht, überwiegt schließlich die Wärme. Die Wärme vieler Melodien.

Man muss nicht der New-oder Dark-Wave-Szene angehören oder dort verwurzelt sein, um an den 14 Songs Gefallen zu finden. Wer mag, kann in diese Musik eintauchen, sich entspannen oder auch ein paar Takte tanzen, wie etwa zu „Wrapped In Ice“, einer ersten Single-Auskopplung.

Gimpel und Buchwald haben gemeinsam mit Keyboarder Carlos sowie Albi Husen (Programming) und Murray Webster (Sound Design) auch an älteres Material neu bearbeitet und gut 30 Jahre alte Songs in neue, für die Musiker zeitgemäße Formen gebracht, dabei auch Texte und Titel verändert.

Aus den Remain-In-Silence Klassikern „Hope In Fear“ und „Forgotten Time“ wurden für dieses Album „Hope & Fear“ und „All Forgotten Times“.

Gen Ende des Albums überwiegen die Melancholie und ruhigere Töne. „The Silent Sea“ wird nur mit Piano und Gesang vorgetragen, das Instrumental-Stück „Endless Sea“ gibt dem Hörer einen stimmungsvollen, voluminösen Ausklang.

Angenehm zu hören.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.remaininsilence.de
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite