Gehört und Gesehen - Holy

26.02.2016Blackout Problems

Blackout Problems

Holy

Uncle M Music (2016, CD)

Nach rund acht Jahren des Bandbestehens ist es so weit: Die Münchner Rockband Blackout Problems veröffentlicht ihr erstes Album, das auf den Namen „Holy“ getauft wurde. Genug Songmaterial entstand in der Zwischenzeit allemal: Es geht ums Leben an sich, ums Leben als Band, um Träume, Hoffnungen und Ängste.

Bereits 2008 gründeten sich Blackout Problems in München mit einem Ziel vor Augen: Ihr Debütalbum. Dafür hat sich das Trio ordentlich Zeit gelassen, der Raum dazwischen wurde mit einigen Touren und EPs gefüllt. Doch auch ohne Longplayer konnte die Band von sich reden machen, supportete Bands wie Heisskalt und Emil Bulls und sammelte Fans auf Facebook und im echten Leben.

Die Songs und Lyrics muten melancholisch an, drehen sich um die Welt und auch wieder um jedes Individuum an sich, das versucht, seinen Weg im Leben zu finden. „Donʼt look at me like this life would be senseless, Iʼm just as fucked as you, hoping for some answers“, singt Frontmann Marcus. Es geht um Hoffnung, um Träume, um Zusammenhalt, um das Leben. Musikalisch untermalt von Melancholie und starken Melodien, die sich wie Wellen langsam hochschaukeln, um schließlich zu brechen und wieder zu verebben.

Auch ihr Leben als Band greifen Blackout Problems auf, singen über lange, ermüdende Fahrten und darüber, dass sie unterwegs sind, während alte Liebschaften eine Familie gründen. Dennoch ist für die drei Jungs – die übrigens allesamt noch unter 25 Jahre alt sind – eines klar: „I love the road ʻtill Iʼm old“.

Für den Song „Boys Without A Home“ bekommen Blackout Problems gesangliche Unterstützung von Nathan Gray, seines Zeichens Frontmann der US-Melodic Hardcoreband Boysetsfire, der durch seine ausdrucksstarke Stimme mit hohem Wiedererkennungswert unumstritten eine Bereicherung für den Song ist.

Auf „Holy“ präsentieren Blackout Problems das, was wohl nicht nur jeden Musiker, sondern auch jeden jungen Menschen beschäftigen, auf dem Weg ins Leben eines Erwachsenen. Das Gefühl des Verlorenseins, die leichte Desorientierung, aber auch das Leben on the road, das diesen Prozess sicherlich weiter erschwert. Ein ehrliches und direktes Album, das sowohl textlich als auch musikalisch zu überzeugen weiß.


Hanna Rühaak
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.facebook.com/blackoutproblems
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