Gehört und Gesehen - Feeding The Wrathbird

09.10.2015Loui Vetton

Loui Vetton

Feeding The Wrathbird

Long Beach Records Europe (2015)

Loui Vetton haben eine neue Platte namens „Feeding The Wrathbird“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich bereits um das vierte Studioalbum des Quintetts. Mit den elf Songs auf einer Gesamtlänge von 36 Minuten geht die Hamburger Band ihren Weg, der sich schon auf dem Vorgängeralbum abgezeichnet hat, konsequent weiter – weg vom Ska, dafür stärker in Richtung Punk.

Im Jahr 2004 haben sich Loui Vetton als Schülerband gegründet. Mehr als zehn Jahre später ist Luk (Gesang und Saxophon), Jinxe (Trompete und Gesang), Buzz (Gitarre), Heidi (Bass) und Alex (Schlagzeug) eindeutig zu attestieren, dass ihre Veröffentlichungen nicht demselben Klangbild folgen. Die Ska-Anleihen sind auf „Feeding The Wrathbird“ kaum noch rauszuhören. Stattdessen lässt sich das Werk wohl am ehesten dem Punk zuordnen. Dafür wirkt es jedoch über weite Strecken zu milde.

Wie heutzutage in manchen Kreisen fast schon üblich wurde auch die neue Scheibe über eine Crowdfunding-Kampagne auf startnext finanziert. Es dürfte jedoch fraglich sein, ob Fans und Unterstützer mit dem musikalischen Ergebnis zufrieden sind. Anhänger, die aufgrund des bisherigen Stils der Gruppe zum Geldgeber wurden, bekommen letztlich etwas ganz anderes geboten und könnten daher enttäuscht sein. Darüber hinaus kann aber auch der neue Sound nicht wirklich überzeugen.

Das Album dümpelt lange Zeit mit austauschbaren und belanglosen Stücken vor sich hin. Bei keinem Song entsteht beim Hörer tatsächlich das Bedürfnis ihn nochmal abzuspielen. Dabei bietet der Longplayer nicht wirklich Schlechtes, aber eben auch nicht wirklich Gutes. Erst spät bekommt „Feeding The Wrathbird“ doch noch die Kurve und liefert mit den beiden letzten Titeln „New Shores“ und „Done“ einen vergleichsweise starken Abgang.

Zusammengefasst kann die neueste Veröffentlichung von Loui Vetton eher nicht überzeugen. Elemente, die das Gesamtwerk zu etwas Besonderem machen, sucht der Hörer vergebens. Auch das durchaus versöhnliche Ende vermag insgesamt nicht zu einer Empfehlung führen.


David Neumeier
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.louivetton.de

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Loui Vetton - Goodbye Fairgrounds. It´s The New Black. (2013)
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