Gehört und Gesehen - Live At The Fuck

04.09.2015Danny and the Wonderbras

Danny and the Wonderbras

Live At The Fuck

DMG Records Germany (2015)

„Live At The Fuck“ heißt die nach bisher vier Studioalben nun veröffentlichte Live-Platte der Rock’n’Roll-/Country-Band Danny and the Wonderbras. Dabei handelt es sich um ein Doppelalbum mit insgesamt 36 Songs und einem Interview. Das mitgeschnittene Konzert liegt allerdings bereits vier Jahre zurück. Die beiden Scheiben lassen sich gut durchhören und animieren gelegentlich auch zum Tanzen.

Mitgeschnitten wurde ein Konzert im Jahr 2011 in der Gelsenkirchener Kneipe „Lokal ohne Namen“, besser bekannt als „Fuck“. In der damaligen Besetzung mit Danny Wünschel (Gesang, Gitarre), Matthias Kraus (Kontrabass) und Torsten Neumaier (Schlagzeug) war die Band noch als Trio unterwegs. Die Aufnahmen haben eine sehr gute Qualität, das Cover des Produkts zeugt von Kreativität: Zwei Affen in Anzügen bei einer Flasche Whiskey sieht man auch nicht alle Tage.

Es ist eine gute Frage, warum eine Gruppe, die mittlerweile in ganz anderer Formation spielt, einige Jahre später ein solches Doppelalbum herausbringt. Anlass dafür ist wohl das zehnjährige Bühnenjubiläum der Band. Die über zweistündige Spieldauer wird am Ende von einem Interview abgerundet, welches jedoch mehr als zehn Minuten recht belanglos vor sich hin dümpelt, kurz von einem weiteren Song unterbrochen wird und dann erneut sieben Minuten andauert, ohne dass der Hörer etwas wirklich Interessantes über Danny and the Wonderbras erfährt.

Musikalisch bietet „Live At The Fuck“ gut gespielten Rock’n’Roll mit eher wenigen Country-Anleihen. Da ertappt man sich beim Hören schon mal dabei, wie man dezent Lust bekommt das Tanzbein zu schwingen. Vom Tempo und überhaupt vom Klangbild her unterscheiden sich die beiden Platten innerhalb ihrer 36 Titel nur wenig, was jedoch merkwürdigerweise nicht weiter stört. Langeweile entsteht dadurch nicht.

Den ein oder anderen Ausbrecher nach oben gibt es aber dennoch: „It’s Time To Rock’n’Roll“, „Memphis Tennessee“ oder „Little Queenie“ sind beispielsweise Songs, die eine Schippe an Tempo drauflegen und die Anspieltipps darstellen. Insgesamt ist der Mitschnitt zwar wenig aufregend, jedoch recht nett anzuhören. Das Interview hätten Danny and the Wonderbras sich mangels echtem Mehrwert allerdings sparen können.


David Neumeier
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.dannyandthewonderbras.de
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