Gehört und Gesehen - The Awakening

04.09.2015P.O.D.

P.O.D.

The Awakening

T-Boy Records / Universal (2015)

Die US-amerikanische Hard-Rock-/Crossover-/Melodic-Metal-Band P.O.D. hat ihr neues Album namens „The Awakening“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich bereits um die zehnte Studioplatte des Quartetts aus dem kalifornischen San Diego. Sonny Sandoval (Gesang), Marcos Curiel (Gitarre), Traa Daniels (Bass) und Wuv Bernardo (Schlagzeug) kreierten ein solides Werk, teilweise mit Hitpotential, aber auch mit einer alles überschattenden, nervigen Macke.

Seit mittlerweile über 20 Jahren releasen P.O.D. in regelmäßigen Abständen neue Musik. Auf „The Awakening“ haben sie zehn neue Songs gepackt, die auf eine Gesamtlänge von 45 Minuten kommen - lange Stücke mit ab und an ausartenden Instrumentalparts würde man also erwarten, wenn man die Spieldauer auf die Titelanzahl herunterrechnet. Dem ist jedoch nicht so. Vielmehr ist die Länge einem Stilmittel geschuldet, welches sich durch die ganze Platte zieht und die Nerven stark strapaziert.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund beginnt nämlich nahezu jedes Stück mit verschiedenen Intros, in denen sich Personen unterhalten oder miteinander telefonieren. Beginnt ein Song mal mit Musik, dann endet er zumindest mit einem ebenso gestalteten Outro. Bassist Traa Daniels spricht von „einem Stückchen Kunst“. Für den Hörer ist es durch den Einsatz der Sprechpassagen jedoch kaum möglich wirklich in Stimmung zu kommen und in einen „Jetzt wird hart gerockt“-Modus versetzt zu werden. Der Hörfluss wird schlicht ständig gestört.

Abgesehen davon verfügt der Longplayer jedoch auch über klare Stärken. Vor allem die Gitarren liefern meist einen schweren Sound, der dafür sorgt dass die Tracks eine überzeugende Dynamik entwickeln. Für die Vocals wird zwischen Rap, härterem Gebrüll und melodiösem Gesang hin und her gewechselt, was meist eine interessante und abwechslungsreiche Wirkung zur Folge hat.

Klare Highlights mit viel Hitpotential sind die Stücke „Criminal Conversations“ und „Somebody’s Trying To Kill Me“ in der Albummitte, die zwar auch nicht ohne unnötiges Gequatsche auskommen, ansonsten aber sehr mitreißend sind. „The Awakening“ ist damit als Gesamtwerk zum Durchhören nur sehr bedingt empfehlenswert, überzeugt jedoch, wenn man sich die Titel isoliert anhört und kein Problem mit den häufigen Unterbrechungen hat, durchaus.


David Neumeier
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.payableondeath.com

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P.O.D. - Satellite (2002)
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