Gehört und Gesehen - Antagonize

31.07.2015Source Of Rage

Source Of Rage

Antagonize

Eigenvertrieb (2015, CD)

Nachdem die aus Hildesheim stammende Band Source Of Rage in den letzten Monaten auch auf hannoverschen Bühnen, wie bei den Emergenza-Festival-Konzerten im Faust und im MusikZentrum ihre Visitenkarte abgab, legt sie jetzt ihre erste EP vor. Man firmiert unter „Melodic Death Metal“, Source Of Rage darauf stilistisch eng festzulegen fällt etwas schwer, nicht zuletzt deshalb, weil die Band doch recht modern und facettenreich klingt. Fans, die sich sonst eher in Richtung Metalcore orientieren, dürften mit der Band eigentlich auch etwas anfangen können.

Eine junge Band, die bislang live einen guten Eindruck hinterlassen hat und diesen mit der fünf Tracks umfassenden Studio-EP „Antagonize“ untermauert. Zu den Einflüssen von Source Of Rage zählen nach eigener Beschreibung Bands wie In Flames, Machine Head, Children Of Bodom oder Lamb Of God. Alles ziemliche schwergewichtige Bands der härteren Szene.

Source Of Rage scheinen aber auf einem guten Weg zu sein, aus diversen Einflüssen ihre ganz persönliche Note in ihren modernen, wenn auch auf traditionellen Elementen gestützten Metal-Sound zu setzen. Die Band um die Brüder Riko, Thilo und Marko Krause sowie Gitarrist Oliver Roffmann verfügt über großes musikalisches und kompositorisches Talent und hat auf dieser CD Songs verewigt, die man bei der Produktion mit feinen Details versehen hat.

Die Platte ist sauber und druckvoll eingespielt und produziert, die Band legt Wert auf Melodien, einen kräftigen, schiebenden Groove und wenn Gitarrist Olli filigrane Solo-Licks durch den ein oder anderen Song jagt, dann werden damit echte Akzente gesetzt. Bemerkenswert: Die Band kommt –für diese Musikrichtung nicht ganz alltäglich- mit nur einer Gitarre aus und man hat nicht den Eindruck, dass hier etwas fehlt. Das ist musikalische aufgeräumt, durchdacht und stimmig.

Gut, wer bei Melodic Death Metal oder Death Metal grundsätzlich die Erwartungshaltung hegt, dass hier irgendetwas finster, fies und böse klingen muss, dass hier markerschütternde Screams und tiefste Growls aus den Boxen drücken sollen, der wird bei Source Of Rage überrascht sein. Fies, dunkel und böse klingt hier nichts, insbesondere nicht der Gesang. Eher zeitweise wütend, engagiert und nachdrücklich. Insofern könnte die Stimmlage und Stimmfarbe durchaus auch gut in Bereichen wie Melodic-Metalcore oder auch Post-Hardcore gut funktionieren.

Wie auch immer: Klar festlegen kann man Source Of Rage eben nicht. Die Band spielt modernen, hier und da komplex-pfiffigen Metal, der auf dieser EP vielleicht etwas mehr rockt als ballert.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.facebook.com/sourceofrage
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite