Gehört und Gesehen - Sol Invictus

15.05.2015Faith No More

Faith No More

Sol Invictus

Reclamation/Ipecac (2015, CD)

18 Jahre nach „Album Of The Year“ bringen Faith No More mit „Sol Invictus“ einen Nachfolger heraus, mit dem sehr lange Zeit niemand gerechnet hätte. Es ist die bereits siebte Platte der Crossover-Band, die ihrem unkonventionellen Stil nach wie vor treu geblieben ist und gerade deshalb mal wieder ihre Fans begeistern dürfte.

Faith No More gelten als eine der wichtigsten Gruppen des Crossover-Genres und können auf eine lange und erfolgreiche, aber auch wechselhafte Karriere zurückblicken: 1982 gegründet, 1998 aufgelöst, 2009 neugegründet. In den letzten Jahren spielten Mike Bordin (Schlagzeug), Bill Gould (Bass), Roddy Bottum (Keyboard), Mike Patton (Gesang) und Jon Hudson (Gitarre) immer mal wieder größere Konzerte und auf Festivals – je nach dem wie es ihnen passte.

Genau diese Einstellung machte sie so erfolgreich und stellt auch auf „Sol Invictus“ das Besondere dar. Faith No More waren stets so variabel, dass man sie nur schwer in eine Schublade stecken konnte. Diese Unberechenbarkeit spiegelt sich auch auf dem neuen Album wieder. Auf dem Cover ist ein Mann in Windeln und mit Papiertüte über dem Kopf zu sehen, im Vorfeld wurde eine Single namens „Motherfucker“ veröffentlicht. Der Band sind Tabus schlicht egal.

In musikalischer Hinsicht kann die Platte zwar oft nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Dem Druck ein Meisterwerk abzuliefern kann sich die Gruppe jedoch durch ihre Einstellung ganz einfach entziehen. Fans kommen jedoch trotzdem auf ihre Kosten. Vor allem „Superhero“ ist ein echtes Highlight und macht einfach Spaß. Der Longplayer startet extrem stark und mit viel Energie.

Dies relativiert sich im Verlauf leider immer mehr. Was folgt, ist jedoch mindestens solide. Die großen Hymnen bleiben allerdings aus. Zum Ende hin setzen Faith No More dann aber mit „Matador“ ein weiteres Ausrufezeichen und zeigen, dass sie zwar vielleicht für kein weltbewegendes Album, aber noch immer für einzelne sehr starke Songs gut sind. So ist „Sol Invictus“ insgesamt ein durchaus gelungenes Comeback einer Band, die an ihrer Unangepasstheit über die Jahre nichts eingebüßt hat.


David Neumeier
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.fnm.com
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite