Gehört und Gesehen - Madeleine Effect

06.05.2015Cryptex

Cryptex

Madeleine Effect

SAOL / H´Art (2015, CD)

Die Progressive-Folk-Rocker Cryptex bringen mit „Madeleine Effect“ ihr zweites Album heraus. Finanziert wurde es durch eine Crowdfunding-Kampagne. Es handelt sich um eine sehr kreative Platte, die immer wieder zu überraschen weiß und auf der viel ausprobiert wird. Leider können die Songs jedoch nicht immer überzeugen und verprellen den Hörer oft genau dann, wenn er gerade Gefallen an der Musik gefunden hat.

Seit 2009 existieren Cryptex aus Salzgitter, die jetzige Besetzung bestehend aus Simon Moskon, André Jean Henri Mertens, Marc Andrejkovits und Simon Schröder liefert mit „Madeleine Effect“ zwölf sehr bunte und abwechslungsreiche Tracks – teils mitreißend, teils aber auch verstörend.

Eine schöne Stimmung kreiert die Gruppe beispielsweise mit „When The Flood Begins“, was unmittelbar im Anschluss durch das extrem verspielte „Romper Stomper“ abrupt zerstört wird. „Release My Body“ stellt dann hingegen wieder ein sehr gefühlvoll herübergebrachtes Highlight dar, welches mit toller Melodie den Hörer überzeugt.

Auch „Melvins Coolercoup“ ist zunächst ein schöner Song, der nach über vier Minuten jedoch leider nicht einfach beendet wird, sondern eine musikalisch völlig überraschende Wendung nimmt, die man wohlwollend als Experiment ansehen kann, an der sich aber genau das Problem des Album festmachen lässt: Teilweise geht das Experimentieren schlicht zu Lasten des Hörflusses.

Dass solche kreativen Wendungen jedoch nicht immer einen unschönen Effekt haben müssen, beweisen Cryptex dann in „A Quarter Dozen In Ounces“, wo sich ein herausstechender Sprechteil gelungen in das Stück einfügt. Mit „New York Foxy“ ist der stärkste Song der Platte recht spät zu hören, sorgt jedoch noch vor dem letzten Titel für einen versöhnlichen Abschluss mit „Madeleine Effect“.


David Neumeier
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.cryptexmusic.com

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Cryptex - Live At De Bousil (2012)
Cryptex - Good Morning, How Did You Live? (2011)
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