Gehört und Gesehen - The Deepest Pain

20.03.2015Papaslide

Papaslide

The Deepest Pain

String Commander (2015, CD)

„The Deepest Pain“ lautet der Name des neuen Albums von Papaslide. Dahinter verbirgt sich der Norweger Rune Nordvik, dessen bereits dritte Platte wieder im Blues Rock anzusiedeln ist. Damit liefert er zwar irgendwie eine solide Leistung ab. Doch wirklich Spannendes lässt sich beim Hören nicht entdecken. Vielmehr quält man sich fast schon durch die zwölf Songs.

Das große Problem an „The Deepest Pain“ ist einfach, dass der Eindruck entsteht, man höre geschlagene 48 Minuten lang den gleichen Song. Nachdem der Opener „Ain’t The Same“ noch ein wenig gute Laune macht, wird der Hörer in die darauffolgende Langeweile entlassen. Der Sound klingt dabei durchaus hochwertig, es ist nicht so als wüsste Papaslide nicht wie man Musik macht. Doch die Stücke sind stets sehr austauschbar und wenn man nicht bewusst darauf achtet, weiß man nicht, ob man sich noch beim dritten oder schon beim achten Titel befindet.

Sowas kann ja funktionieren. Bei „The Deepest Pain“ handelt es sich jedoch nicht um eine große, epische Hymne, bei der man sich gar kein Ende herbeiwünscht. Vielmehr hofft man insgeheim, die Platte möge sich dem Ende zuneigen. Daran dass sich im Verlauf des Albums noch versteckte Rohdiamanten auftun könnten, glaubt man zu keinem Zeitpunkt. Und so rotiert die Scheibe vor sich hin, ohne ihren Trott auch nur ein wenig zu verlassen.

Daran ändert auch das Cover „Six Blade Knife“ von Dire Straits nichts. Papaslides großem Idol Johnny Winter wird mit „Master Mechanic“, „If You Got A Good Woman“ und „Serious As A Heartattack“ gleich dreimal Tribut gezollt. Leider werten diese Songs „The Deepest Pain“ nicht auf, sondern gehen im Einheitsbrei des Longplayers unter.

Sofern man in Musik wirklich etwas entdecken und auch mal von ihr überrascht werden möchte, anstatt nur so von ihr berieselt zu werden, ist Papaslides „The Deepest Pain“ im Plattenregal definitiv ein Fehlgriff. Technisch ist das Album zwar nicht schlecht, doch dies lässt sich aufgrund der Ideenlosigkeit einfach nicht genießen.


David Neumeier
(4 / 10 Pkt.)

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